Nächtigungen im Bezirk: Auf Höhenflug folgt Stabilität. 2018er Schwung wird um 756 Nächtigungen knapp verpasst. Exorbitantes Plus einiger Gemeinden. Thayaland setzt weiter aufs Rad.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 21. Februar 2020 (21:48)
Sie wollen gemeinsam den „Zukunftsraum“ touristisch und als Klimamodellregion voranbringen (v.l.): Bürgermeister Rudolf Hofstätter (Waldkirchen), Vizebürgermeister Nikolaus Noé-Nordberg (Windigsteig), die Gemeindechefs Christian Drucker (Waidhofen-Land) und Roland Datler (Gastern), Andreas Juhász, Gerhard Linhard, Bezirkshauptmann Günter Stöger, Bürgermeister Siegfried Walch (Karlstein), Zukunftsraum-Obmann Eduard Köck, der designierte Bürgermeister Ulrich Achleitner, die Gemeindechefs Willibald Pollak (Pfaffenschlag), Anette Töpfl (Vitis), Manfred Wühl (Kautzen), Harald Hofbauer (Dietmanns), Robert Altschach (Waidhofen-Stadt).
Zukunftsraum Thayaland

Die Ballonweltmeisterschaft hat der Region 2018 ein fulminantes Nächtigungsplus beschert, daran konnte 2019 nicht angeknüpft werden. Ein solch großes Ereignis blieb aus. Eduard Köck, Obmann der Kleinregion „Zukunftsraum Thayaland“, ist allerdings froh, dass die Zahl beinahe greifbar nah ist: 73.494 Nächtigungen verzeichnete der Bezirk im Vorjahr, nur 756 Nächtigungen fehlten fürs 2018er Ergebnis.

NOEN

Engpässe im Juli und August.

Der Zukunftsraum sieht sich auf dem richtigen Weg. Engpässe bei Buchungen seien besonders in den Monaten Juli und August verzeichnet worden und einige Gemeinden stechen mit einem exorbitanten Plus hervor: Kautzen (+ 200 Prozent), Waldkirchen (+ 99), Pfaffenschlag (+ 74), Karlstein (+ 84) und Dobersberg (+ 34).

„Das Interesse ist zwar auch auf den Messen zu spüren, aber mit so einem Wert haben wir nicht gerechnet.“ Eduard Köck über 144.000 Zugriffe auf die Radweg-Website

Manche Steigerungen mit Vorsicht zu genießen.

Vorbehalte sind bei diesen Indikatoren jedoch geboten. Bürgermeister Manfred Wühl sagt ganz ehrlich, worauf die 200 Prozent in Kautzen zurückzuführen sind: „Wir haben eine gute Mitarbeiterin, die jetzt die Anbieter ,sekkiert‘“, sei sie sehr dahinter, bei den Betrieben alle Zahlen rechtzeitig einzutreiben. „Ich könnte jetzt nicht sagen, dass wir das durch eine großartige Attraktion erreicht haben. Wir haben nichts verändert.“ Was er schon nach Analyse sieht: Jugendgruppen hatten im Sommer gecampt, das gab dem Plus Rückenwind. „Bei den Privatzimmern waren wir relativ stabil. In der Gemeinde gibt es drei Ferienwohnungen und zwei Privatzimmer-Vermieter.

Waggons verleihen Impulse

Einen touristischen Magneten hat dagegen Waldkirchen sehr wohl: Das Waggonhotel mit acht Betten „wird wirklich sehr gut angenommen“, berichtet Bürgermeister Rudolf Hofstätter, dass Stammgäste das Schlafen in den umgewandelten Zugwaggons entlang des Radwegs „Thayarunde“ lieb gewonnen haben. „Es soll noch ein Waggon dazukommen, und es ist geplant, dass wir Campingplätze errichten, damit niemand weggeschickt werden muss“, führt er aus. Hofstätter hofft: „Die Gegend kann so bekannter werden und vielleicht kauft der eine oder andere ein Haus und zieht zu uns, weil es ihm so gefällt.“ Gastronomische Betriebe seien ebenfalls Profiteure.

Start bei Null

Pfaffenschlag hat bei Null gestartet und mit der 2018 eröffneten Nordwaldfarm in Kleingöpfritz die Steigerung erreicht, erklärt Bürgermeister Willibald Pollak. Manfred und Claudia Strobl kauften ein Gasthaus, betreiben nun einen Heurigen samt Kegelbahn, zwei Ferienwohnungen und drei Doppelzimmer. Das schlägt sich auf die Zahlen nieder.

„Aber es haben nicht nur Touristen übernachtet, sondern auch Arbeiter“, weist Pollak auf die Glasfaser-Verlegung und Hochwasserschutz-Bauten hin.

Radweg: Von 35.000 auf 57.639 Radler gesteigert

Für ihn zeigt das: „Wenn man die Kapazitäten, die Räume hat, dann kann man etwas daraus machen“, rechne sich ein Neubau eher nicht. Eines sei noch wesentlich: „Der Radweg wird sicher reinspielen.“

Mehr Radfahrer auf Thayarunde

Die seit 2017 bestehende Thayarunde wird als wichtiger Impulsgeber gesehen. 57.639 Radfahrer zählte die Kleinregion auf der Route, die auf ehemaligen Bahntrassen geführt wird (2018: rund 35.000). „Dass das Interesse an der Region vorhanden ist, zeigen auch die 144.000 Zugriffe auf die Homepage der Thayarunde“, ist Obmann Köck beeindruckt.

„Damit nicht gerechnet“.

Köck weiter: „Das Interesse ist zwar auch auf den Messen zu spüren, aber mit so einem Wert haben wir nicht gerechnet“, seien die Erwartungen übertroffen worden. „Die stabile Entwicklung der Nächtigungszahlen bestärkt uns, in diesem Themenfeld Radregion Thayaland zusätzliche Entwicklungsschritte zu setzen.“ Der Vorstand betonte in der vorwöchentlichen Sitzung die gute Zusammenarbeit und will bisherige Projektaktivitäten gemeinsam fortsetzen.

Zukunftsraum sucht neuen Manager

Dazu zählt die Klimaenergie-Modellregion: Der Zukunftsraum Thayaland sucht hierfür einen neuen Manager, weil Ansbert Sturm seine Tätigkeit als Lehrer an der HTL in Karlstein verstärkt wahrnehmen wird. Das Aufgabengebiet umfasst alle Belange des Energiesparens innerhalb der Region und technische Kenntnisse, um in Sachen klimaadäquates Verhalten beraten zu können. Die Bewerbungsfrist läuft bis 15. März.