Ausstellung: Künstlertrio im Vorgehen geeint. Werke von Stefan Reiterer, Terese Kasalicky und Matthias Peyker haben langen Entstehungsprozess.

Von Julia Fröhlich. Erstellt am 30. Juli 2021 (05:11)

Obwohl die drei ausstellenden Künstler sehr unterschiedlich arbeiten, verbindet sie eine prozesshafte Herangehensweise: Die Arbeiten haben einen sehr langen Entstehungsprozess hinter sich, bis sie den Vorstellungen der Künstler entsprechen. Mit dem Titel „Foggy Mix“ wurde am 24. Juli die Ausstellung von Stefan Reiterer, Terese Kasalicky und Matthias Peyker in der Kunstfabrik Groß Siegharts eröffnet.

Wie der Name schon verrät, ist der Zusammenhang oft erst auf den zweiten Blick erkennbar und nicht ganz so augenscheinlich. Der 33-jährige Stefan Reiterer hat die Ausstellung konzipiert und geht näher auf die Gemeinsamkeit der Aussteller ein: „Werke entstehen im Übereinanderschichten von Werkstoffen beziehungsweise Ebenen. Diese werden, wenn nötig, auch wieder abgetragen, verändert oder gar vernichtet. In unserem Fall verweisen Elemente auf etwas Bekanntes, vielleicht schon einmal Gesehenes.“

In erster Linie geht es darum, malerische und bildhauerische Produktionsweisen unterschiedlicher Künstler zu präsentieren und so an der Schnittstelle zwischen dem Pinselstrich auf der Leinwand und dem Objekt im Raum zu arbeiten.

Einzelausstellungen mittlerweile auch außerhalb Europas. Stefan Reiterer selbst ist in Waidhofen aufgewachsen und hat an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert. Mittlerweile startet der bodenständige Künstler international durch und kann sich über Einzelausstellungen auch außerhalb Europas freuen: „In Mexiko, Los Angeles oder New York war ich mit meinen Werken schon vertreten.“

In der Kunstfabrik stellt er unter anderem eine Serie mit dem Titel „formants“ aus. „Ich habe 3D-Modelle meiner früheren Bilder digital verbogen und sie mit einem 3D-Drucker produzieren lassen“, schildert Reiterer. Die gedruckten Wandreliefs selbst bestehen aus Holzstaub und Kleber und werden nach dem Herstellungsprozess erneut von Reiterer bemalt. Zudem widmet er sich auch einer modernen, aber doch sehr abstrakten Form der Landschaftsmalerei und stellt so einen Bezug zu Topografien und Satellitenbildern her.

Von selbst erstellter Bildergalerie im Smartphone inspiriert. Matthias Peyker wiederum arbeitet gerne mit Acryl auf Pappelholz-Platten und wendet den Tiefdruck an: „Zuerst trage ich eine Schicht weiße Acrylfarbe auf, male grafische Elemente in die noch nasse Farbe hinein und bedecke schlussendlich noch die ganze Fläche mit dünner, schwarzer Acrylfarbe. Dadurch, dass sich diese in den Vertiefungen sammelt, entsteht der gewünschte Effekt.“

Inspirieren lässt sich Peyker von einer selbst erstellten Bildergalerie an seinem Smartphone, denn hier speichert er immer wieder für ihn interessante Sachen ab. „Oft kann ich gar nicht mehr nachvollziehen, woher die Bilder eigentlich genau kommen“, gesteht er. Auch Werke, welche an kunstvolle Raumtrenner erinnern, stellt Matthias Peyker aus. Dabei war es ihm wichtig, von der Wand wegzukommen und stattdessen einen Teil des Raumes zu beanspruchen.

Erkenntnisse skulptural verarbeitet und neu interpretiert. Ganz angetan von kunsthistorischer Recherche ist Terese Kasalicky. Sie liebt es, ihre Erkenntnisse skulptural zu verarbeiten und neu zu interpretieren. „So etwa scheint zunächst vieles sehr familiär, sodass einem oft erst auf den zweiten Blick bewusst wird, wie sehr es von mir verändert worden ist“, fügt sie hinzu.

Neben kunstvollen Säulen findet man auch Seilarbeiten und Skulpturen vor. Besonders gerne verwendet Terese Kasalicky Spiegel in ganz verschiedenen Ausführungen, da sie zum Vertiefen einladen und man die Welt man anderen Augen betrachten kann. „Mir geht es darum, auch scheinbar funktionslosen Ziergegenständen Aufmerksamkeit zu schenken und sie in den Mittelpunkt zu stellen“, betont die junge Künstlerin.

Schon während seines Studiums hat David Postl, welcher im Projektraum ausstellt, selten ein Bild im klassischen Sinne gemalt, sondern versucht, neue Möglichkeiten und Erzählweisen zu erproben. Ihm geht es im Malprozess um die Intuition und eigene Offenheit gegenüber dem Ergebnis. In der aktuellen Ausstellung sind Werke ausgehend von der Technik des Gipsgusses mit den dabei verwendeten Glasplatten zu sehen. Das Besondere daran ist, dass beide Materialen aber nach getaner Arbeit nicht mehr getrennt werden. Die kleinformatige Serie fordert dazu auf, sich nahe an das Bild heranzuwagen und sowohl das Material als auch das Bild an sich zu studieren.