Fotomarathon: Jagd auf kreativen Blickpunkt. Clubmitglieder und Liebhaber suchten zu zwölf Themen das beste Motiv. Fotos im Clubhaus gezeigt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. September 2019 (04:57)
Fotolaborclub
Ausstellungseröffnung mit (v.l.): Christian Bigl, Celine Bigl, Michaela Zlabinger, Leonie Noe-Nordberg, Rosita Reifenberger, Christian Reegen (Sparkassenstiftung), Elisa Plobner-Trisko, Gernot Blieberger, Bürgermeister Gerald Matzinger, Reinhard Hurt und Roland Schneider.

Welches Bild taucht vor ihrem inneren Auge auf, wenn Sie das Wort „Durchblicker“ hören? Eine Lupe? Das Schlüsselloch? Oder gar ein Röntgengerät? Die Bandbreite ist groß – und genau das macht den Fotomarathon, den der Fotolaborclub 2009 zum ersten Mal ins Leben rief, so spannend.

Welche Fotos werden zu den zwölf vorgegebenen Themen wie erstens „Randerscheinung“ und zwölftens „Das Wetter als Gestaltungselement“ liefern? Die meisten fotografieren, wenn ihnen etwas ins Auge fällt, genau das hat der Fotomarathon nicht zum Ziel. Das erzählt Roland Schneider, der in Wien einem ähnlichen Wettlauf begegnet ist und die Idee nach Siegharts brachte. Vereinsmitglieder kamen am Samstag fast vollständig mit Fotofans im Clubhaus zusammen. Sie warteten auf Hedwig Hochmuth, der um punkt zehn Uhr die zwölf Themen bekanntgab.

„Wir achten darauf, das die Individualität, aber auch die Kreativität belassen können.“ Gernot Blieberger über den Fokus des Fotolaborclubs in Groß Siegharts.

Niemand darf sich vorher den Kopf zerbrechen, die Ideen sollen erst am Veranstaltungstag innerhalb von acht Stunden reifen. Jedes einzelne Thema muss der Reihenfolge nach abgehakt werden: Das wird bei der Überbringung der Speicherkarte um 18 Uhr genau überprüft. Eine Jury – diesmal der „Sierndorfer Foto-Stammtisch“ aus dem Bezirk Hollabrunn – bewertet die Bilder. Nicht dem technisch besten Foto wird der Vorzug gegeben, sondern dem Kreativsten.

„Wo fängst du das immer her!“, war einer der ersten Reaktionen nach der Themenbekanntgabe. Hochmuth beschäftigt sich seit Wochen damit. Ideen, die ihr zum Beispiel beim Spazierengehen kommen, schreibt sie auf.

"Die Stadt ist klein, die Möglichkeiten sind begrenzt"

Die endgültige Auswahl trifft sie nach dem Check, ob das Sujet schon mal eingesetzt war, kurz vorm Event. Sie achtet darauf, dass eine Herausforderung und dennoch viel Interpretationsspielraum gegeben ist. „Die Stadt ist klein, die Möglichkeiten sind begrenzt. Man kann nicht wie in Wien aus dem Vollen schöpfen“, erklärt das frühere Mitglied. Ein Punkt ist stets eine technische Aufgabe: Ein bewegtes Bild mit verschwimmendem Hintergrund liegt bei „flott unterwegs“ auf der Hand.

„Man kann’s aber auch witzig sehen“, denkt sie an die Schnecke. Und ein Punkt hat stets einen kritischen Aspekt: „Werbefoto für unsere Stadt“ ist es diesmal. Das touristische Promotionbild sei in Siegharts nicht leicht umzusetzen, schon alleine beim Stadtbild, wo oft der Lagerhausturm sehr präsent sei.

„Wir schauen, dass wir die Individualität und Kreativität belassen können“, ist das auch Gernot Blieberger wichtig. Ein Auszug der Arbeit der zehn Mitglieder kann im Clubhaus am Schlossplatz bewundert werden. Die Fotos werden in den neuen Rahmen, deren Ankauf die Sparkasse-Privatstiftung finanziell unterstützt hat, gezeigt.

Und wer das kreativste Foto am Samstag geliefert hat, erfährt man erst bei der Herbstausstellung im Gasthaus zum Max (9. November, 19 Uhr).