Corona-Hotspot Thaya: Appell des Bürgermeisters. 32 Corona-Infizierte gibt es derzeit in der Markgemeinde Thaya. Vor dem Wochenende lag die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz bei 1.140 Fällen pro 100.000 Einwohnern, einer der höchsten Werte in ganz Österreich. Im schlimmsten Fall könnte der Gemeinde die Abriegelung drohen, wenn es nicht gelingt, die Infektionen in den Griff zu bekommen.

Von Michael Schwab. Update am 08. März 2021 (17:27)
Symbolbild
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Wie es aus Gemeindekreisen heißt, soll der Cluster im Bereich der Pfarre entstanden sein; am Sonntag wurde bestätigt, dass ein Cluster mit sechs Corona-Positiven bei einer Messe/einem Gottesdienst entstanden sei. Unter den Infizierten sind auch mehrere Kinder, weshalb Bürgermeister Eduard Köck in einem Schreiben die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht mahnt.

Köck ersucht die Bürger, Kontakte so gut wie möglich zu reduzieren und Schnelltests aus der Apotheke zu holen, bzw. die öffentlichen Teststraßen zu nutzen, um sich so schnell und so oft wie möglich zu testen.

Elternbrief: Kindergartenkinder sollen zu Hause bleiben

In einem an die Eltern von Kindergartenkindern gerichteten Brief, welcher der NÖN vorliegt, wird appelliert, die Kinder in der nächsten Woche so gut es geht zu Hause zu lassen, es herrsche ohnehin aufgrund des Ausfalls der Betreuerin in der Gruppe 3 ein stark eingeschränkter Betrieb. Es würden täglich Meldungen von Eltern oder Bekannten eintreffen, die Kontaktpersonen mit hohem Risiko (K1) oder positiv getestet seien.

In diesem Schreiben werden die Bürger von Thaya gebeten, ihre Kinder nicht in den Kindergarten zu schicken und sich so schnell und so oft wie möglich testen zu lassen.
privat

Gelinge es nicht, die angespannte Lage zu stabilisieren, drohe der Gemeinde eine Abriegelung, wird in dem Brief gewarnt.

„Wir wollen verhindern, dass wir Probleme bekommen, daher habe ich die Bürger zu erhöhter Vorsicht aufgerufen“, sagt Köck. Dazu gehöre das Testen und der Verzicht auf den Kindergartenbesuch, um die Ausbreitung des Virus einzubremsen. Kommende Woche werde das Kindergartenpersonal geimpft, aufgrund der Erfahrungen mit den Nebenwirkungen der Impfung müsse man mit Ausfällen beim Personal rechnen – auch das sei mit ein Grund, warum Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken sollen.

Maßnahmen: Tägliche Tests in der Schule, Polizei soll Regeleinhaltung kontrollieren

Bezirkshauptmann Günter Stöger bestätigt, dass sich In Thaya im Laufe der vergangenen eineinhalb Wochen ein kleiner Cluster entwickelt habe. Das Virus würde in immer mehr Familien und auch bei mehr und mehr Schülern auftreten. „Ich habe daher mit dem Bürgermeister vereinbart, dass in den Schulen jetzt täglich getestet wird“, verkündet Stöger. Außerdem habe er die Polizei angewiesen, in Thaya verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren, da es immer wieder Meldungen über illegale abendliche Zusammenkünfte gäbe.

„Die Leute sollten sich genau überlegen, welche Konsequenzen unüberlegtes Verhalten jetzt haben kann, wo mittlerweile von der Abriegelung von Hotspot-Gemeinden die Rede ist“, warnt Stöger. „Angesichts dieser weitreichenden Folgen wäre es jetzt besser, sich ein paar Wochen am Riemen zu reißen, als diese Konsequenzen zu riskieren“.

Teststation ab Mittwoch

Aktuell sind in der Gemeinde mit 1.401 Einwohnern mit Hauptwohnsitz und 296 mit Nebenwohnsitz 32 Personen erkrankt. 

Die Bürger sind aufgerufen, so oft wie möglich testen zu gehen. Ab Mittwoch soll darum eine Teststation in der Gemeinde entstehen, die von 17 bis 19 Uhr geöffnet ist - jeweils Mittwochs.

"In der Schule testen die Kinder seit Montag täglich", berichtete der Ortschef. 

Die Sieben-Tages-Inzidenz im Bezirk Waidhofen an der Thaya lag am Sonntag mit 381,6 gefährlich nahe an der 400er-Grenze, ab der Corona-Ausreisetests schlagend werden.

Diözese St. Pölten reagiert nach Corona-Infektionen in Messe

Auch die Diözese St. Pölten hat am Montag auf Corona-Infektionen in Thaya reagiert und die Pfarren aufgefordert, die Vorgaben der kirchliche Rahmenordnung genau einzuhalten. Nur auf deren Basis könne die Möglichkeit der öffentlichen Religionsausübung in einer Pandemie für alle sichergestellt werden, wurde in einer Aussendung betont.

Der zuständige Moderator der Waldviertler Pfarre sei eindringlich erinnert worden, in Zukunft genauestens auf die Einhaltung der Rahmenordnung zu achten. Sollte dies in Zukunft wissentlich nicht der Fall sein, seien Konsequenzen für den verantwortlichen Priester nicht ausgeschlossen. Um in Bezug auf die Vorgaben der Rahmenordnung sämtliche mögliche Unklarheiten auszuräumen, werde es auch ein persönliches Gespräch geben.