Raabs als Corona- Hotspot. Mehrere Ansteckungsquellen als Ursache, betroffen sind unter anderem die Straßenmeisterei und die Bäckerei Schneider.

Von Karin Widhalm und Michael Schwab. Erstellt am 13. April 2021 (16:29)
Symbolbild
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Die Stadtgemeinde Raabs ist derzeit der Corono-Hotsport des Bezirks Waidhofen. Mit Stand Dienstag lag die Sieben-Tages-Inzidenz knapp über 900, allein übers Wochenende kamen zwölf neue Fälle hinzu, am Dienstag weitere fünf.

Bäckerei Schneider wegen Corona-Fällen geschlossen. Betroffen ist unter anderem die Bäckerei Schneider, in der nach einer Corona-Infektion einer Mitarbeiterin am Wochenende auch Bäckermeister Gerald Schneider und seine Frau positiv getestet wurden. Die Bäckerei ist daher vorübergehend geschlossen. „Die Sicherheit geht vor, und bevor ich versuche, mit irgendeiner Aushilfe aufzusperren und dann am Ende doch Kunden angesteckt werden, sperre ich lieber zu, auch wenn es wirtschaftlich natürlich hart ist. Aber da müssen wir jetzt durch“, sagt Schneider.

Er selbst spüre fast gar keine Symptome, seine Frau und die Mitarbeiterin leiden unter Reizhusten. „Das Interessante ist, ich war in zehn Tagen sieben Mal testen, immer negativ, und dann, als wir wegen der infizierten Mitarbeiterin am Sonntag nach Zwettl testen fuhren, waren wir plötzlich positiv“, beschreibt Schneider die Unberechenbarkeit des Virus.

Straßenmeisterei Raabs: zehn Mitarbeiter infiziert. Stark betroffen ist auch die Straßenmeisterei Raabs: Zehn von 44 Mitarbeitern sind infiziert. „Wir wurden durch unsere betrieblichen Schnelltests auf die Infektionen aufmerksam. Begonnen hat es am Dienstag nach Ostern mit vier Infektionen, das hat sich dann auf zehn ausgeweitet“, berichtet Straßenmeister Rainer Hubmayer.

Die getroffenen Präventionsmaßnahmen wie getrennte Schichten, Masken und Hygienevorgaben haben aber zumindest eine Ausbreitung zwischen den Schichten weitgehend verhindert, sodass der Betrieb der Straßenmeisterei weiterhin im gewohnten Umfang aufrechterhalten werden kann. In welchem Ausmaß die Infektionen innerbetrieblich weitergegeben oder von außen durch das starke Infektionsgeschehen in Raabs hereingetragen wurden, darüber will Hubmayer nicht spekulieren: „Das lässt sich leider nicht so einfach feststellen.“ Bis Ostern sei man mit nur zwei Corona-Fällen in der Belegschaft ein Jahr lang gut durchgekommen, das zeige, dass die Sicherheitsvorkehrungen wirken und auch jetzt Schlimmeres verhindert haben.

Der Raabser Bürgermeister appelliert in einem Schreiben an die Bürger, die geltenden Covid-Bestimmungen einzuhalten und soziale Kontakte zu reduzieren. Er verspüre eine Lockdown-Müdigkeit unter den Bürgern: „Der Mensch ist ein soziales Wesen, jetzt muss er genau das Gegenteil tun. Aber gerade jetzt wäre es wichtig, trotzdem durchzuhalten. Das ist mein Appell.“ Sobald eine gewisse Durchimpfungsrate erreicht werde, könne ein Stück Normalität zurückkehren. Mayer weist auf die Testmöglichkeiten hin und ruft dazu auf, sich für die Impfung voranzumelden.

Bezirkshauptmann Günter Stöger relativiert die Aussagekraft des Inzidenzwertes in kleinen Gemeinden: „Erkrankt dort eine Person, ist in den meisten Fällen die gesamte Familie betroffen, und wir verzeichnen allein deswegen eine Inzidenz von mehreren Hundert – und das für eine ganze Woche.“ Die Bezirkshauptmannschaft sehe sich daher die Fälle genau an: „Gibt es einen einzelnen Anlassfall, dann ist das weniger das Problem. Wenn es verschiedene Ansteckungsquellen gibt – und das haben wir in Raabs ein bisschen –, dann ist es besonders wichtig, zum Testen zu gehen und die Kontakte zu reduzieren.“