Wegen Kanal-Bau-Verzögerung: Oppositions-Druck steigt. Eigentlich hätte Kanal in Matzles mit Jahresende fertig sein müssen. Wie es weitergeht, wird am Donnerstag im Stadtrat und am 29. August im Gemeinderat diskutiert.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. August 2019 (04:51)
Gerald Muthsam
Die Matzleser Ortsdurchfahrt ist in einem desolaten Zustand. Vor dem Kanalbau wird es aber keine Sanierung geben, doch wann der Ort endlich seinen Kanal bekommt, steht noch in den Sternen.

Großer Unmut herrscht in der Waidhofner Katastralgemeinde: Der eigentlich laut Wasserrechtsbescheid bis Ende 2019 abzuschließende Kanalbau wurde auf die lange Bank geschoben, passiert ist bautechnisch bis heute nichts.

Mehr noch: Im Ort gehen die Gerüchte um, dass die Frist, innerhalb derer die Stadtgemeinde um Verlängerung der Fertigstellungsfrist bei der Bezirkshauptmannschaft hätte ansuchen müssen, bereits verstrichen sei. Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) verneint dies: „Die Fertigstellungsfrist für das wasserrechtlich genehmigte Projekt, dass es für Matzles gibt, läuft mit 31. Dezember 2019 ab. Solche Fristen sind aber nicht in Stein gemeißelt.“

sei noch genug Zeit, um eine Fristverlängerung anzusuchen. „Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder ziehen wir den Kanalbau vor, oder wir suchen um eine Fristverlängerung an. Mein Zugang ist, dass wir, wie in der Prioritätenreihung festgelegt, zuerst das Siedlungsgebiet Heimatsleitn angehen und nachher den Kanal in Matzles, Ulrichschlag und Götzles bauen“, sagt Altschach.

"Projekt nicht unkompliziert"

Anders sieht das Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ), der den Kanalbau vorziehen möchte. IG-Stadtrat Martin Litschauer, der schon seit Jahren auf die Notwendigkeit des Kanalbaus hinweist, plädiert dafür, die Prioritätenliste zu „kübeln“: „Eine solche Liste, in der Projekte ohne Zeit- und Kostenhorizont gereiht werden, ist keine professionelle Projektplanung und daher auch gescheitert.“ Um eine Fristverlängerung werde man angesichts der knappen Zeit zwar nicht herumkommen, aber man sollte spätestens 2020 starten, besser sogar noch heuer.

„Das Projekt ist nämlich wegen der erforderlichen Transportleitung nicht unkompliziert. Vor allem wäre es günstig, die Leitung außerhalb der Vegetationsperiode zu verlegen“, führt Litschauer an. Außerdem sei man der Matzleser Bevölkerung längst eine konkrete Antwort schuldig, wann es mit dem Kanalbau losgeht: „Es gibt beispielsweise jemanden, der für sein neues Haus jetzt eine teure Senkgrube errichten müsste, weil ein Kanalanschluss aktuell nicht absehbar ist.“

SP will wie FP und IG keinen Aufschub

Auch SPÖ-Stadtrat Franz Pfabigan findet, dass weitere, lange Aufschübe für die Matzleser Bevölkerung unzumutbar seien. „Wir sollten die Energie, die von manchen in Streitereien investiert wird, lieber in eine fruchtbringende Diskussion einbringen, wie wir beide Projekte – Heimatsleitn und Kanalbau – unter einen Hut bringen können“, schlägt er vor. Solche Wünsche hört man auch aus der Bevölkerung.

Laut dem Bürgermeister seien für eine parallele Umsetzung aber die Kosten ein Problem: Der Kanalbau in Matzles würde rund eine Million Euro kosten, die aus dem selben Budget genommen werden müssten wie für die Aufschließung der Heimatsleitn-Siedlung. Für dieses Projekt würde dann das Geld fehlen.