Jufa-Leiter verlässt frisch erneuertes Haus. Johann Mayer, der Raabser Jufa-Leiter, zieht sich zurück, im folgt ein junger Steirer nach. Die Holding investierte zudem, um Restaurant und Zimmer zu erneuern.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 26. Juni 2020 (11:05)
Besichtigten das ganze Haus und probierte das "Kraxl-Platzl" aus: Vizebürgermeister Franz Fischer, der neue Jufa-Leiter Adam Lamprecht, Jufa-Vorstandsvorsitzender Gerhard Wendl, Bürgermeister Rudolf Mayer, Waldviertel Tourismus-Chef Andreas Schwarzinger und der scheidende Jufa-Leiter Johann Mayer
Karin Widhalm

Das Jufa-Hotel besteht seit mehr als zehn Jahren – und das wird durchaus als markanter Punkt betrachtet, dem die Holding mit einer Investition von 650.000 Euro begegnet ist: Das frische Design ist gleich im Restaurant zu sehen. Die Führungsebene erlebt zudem einen Wendepunkt: Johann Mayer wird sich als langjähriger Leiter des Hauses zurückziehen.

Er wird sich künftig auf den Bereich „Sales“ konzentrieren, „um viele Gäste ins Waldviertel zu bringen“, wie Jufa Holding-Vorstandsvorsitzender Gerhard Wendl erklärt. Mayer wird mehrmals als ein vernetzter, kompetenter Manager mit reichem Wissen bezeichnet.

Mayer: "Übergebe mit einem Lächeln"

„Es waren für mich zehn spannende Jahre“, sagt der Raabser selbst. Man habe den Standort nach vorn bringen können. „Jetzt können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir ein Hotel sind.“ Er übergebe mit einem Lächeln seine Funktion – und stehe dem neuen Leiter bei Bedarf helfend zur Seite: „Ich bin nicht aus der Welt.“ Der Raabser will bald in Altersteilzeit wechseln.

Adam Lamprecht folgt ihm nach: Der gebürtige Grazer absolvierte die Tourismusschule in Bad Gleichenberg, kochte in einem Haubenlokal, ging „der Liebe wegen“ nach Wien und absolvierte erst den Intensivkurs zur Führungskraft. Er will nach Raabs ziehen, momentan schläft er im Hotel.

Neuer Chef: Haus soll sich mehr öffnen

„Es gibt eine Richtung und die geht nach vorne“, betont Lamprecht. Er wolle eine Öffnung des Hauses für die Einheimischen vorantreiben, die im Restaurant essen, Kaffee trinken oder den Spielplatz im Außenbereich nutzen können.

Ein „Softopening“ erfolgte im Jufa am 11. Juni, ab dem kommenden Wochenende ist das ganze Haus geöffnet. „Wir merken, dass viele sehr kurzfristig buchen“, erklärt Lamprecht.  Der Individualtourismus laufe an, Gruppen springen sehr zögerlich auf Angebote an. Den Stammgästen unter ihnen wird aber sofort eine Veränderung im Jufa auffallen. 

Erneuerungsschub für Zimmer & Restaurant

Das Mobiliar im Restaurant mit dem Buffet- und Essbereich, zudem der Aufenthaltsraum mit Blick ins Grüne sind neu. Holz ist ein zentrales Element: Kinder können sich etwa in einem Holzhaus zum Spielen zurückziehen. Alle 53 Zimmer mit 168 Betten sind neu ausgestattet: Familien können in einem einfachen Ausziehsystem ihre Kinder in einem vollwertigen Bett bei sich im Zimmer schlafen lassen. Das neue „Kraxlplatzl“ bietet Abwechslung. Die neuen Seminarräume können schnell umgestaltet und etwa einer Yoga-Session dienen.

„Ich werde selber hierher kommen“, ist Gerhard Wendl begeistert vom "Relaunch". „Das ist eine große Freude, auch für mich“, erklärt Bürgermeister Rudolf Mayer. Man habe teilweise mit einheimischen Firmen zusammengearbeitet. „Ich glaube, dass Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.“

"Raabs ist nicht umsonst Tourismushochburg"

Die Nächtigungen sind seit 1999 stetig nach oben gegangen: Mayer ist stolz, dass die Stadtgemeinde 2018 erstmals die 40.000-Marke überschritten hat. „Raabs ist nicht umsonst die Tourismushochburg“. Das Jufa, das Hotel Thaya und das Hotel Liebnitzmühle seien wichtige Leitbetriebe im ganzen Bezirk.

Corona war einschneidend, die Wiedereröffnung des erneuerten Hauses verschob sich von März auf Juni. Die „Junge Uni“, bei der viele Jugendliche im Jufa übernachten, fällt heuer ins Wasser. „Wir werden aber schauen, dass wir nächstes Jahr durchstarten können“, informiert Mayer, der sich für dieses Programm engagiert.

Andreas Schwarzinger, Geschäftsführer der Destination Waldviertel GmbH, merkt derzeit einen „Riesenzuspruch“ in der Region. „So schwierig die Situation war, so erfreulich ist sie aktuell: Das Waldviertel ist so beliebt wie nie zuvor.“ Kapazitäten seien zwar noch vorhanden, „aber wir sind durchaus zufrieden“.

Er lobt das Jufa: „Für uns ist es nicht selbstverständlich, dass sich ein Betrieb so konstant weiterentwickelt.“ Ihm gefalle zudem, dass die Region im Haus „permanent mitschwingt“: So heißt zum Beispiel das Café "Woidviertl".

Eines hat Jufa noch vor: Der Outdoor-Spielplatz wird erneuert werden.