Klinger-Mausoleum: Abschied von der Baronin. Elfriede Klinger von Klingerstorff verstarb im 94. Lebensjahr, die feierliche Beisetzung erfolgt am Donnerstag (25. Juni) in Raabs.

Von Red. Waidhofen und Karin Widhalm. Erstellt am 22. Juni 2020 (13:26)
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Baronin Elfriede Klinger von Klingerstorff ist am 13. Juni im 94. Lebensjahr verstorben: Sie war die Schwiegertochter von Baron Hugo Klinger von Klingerstorff, der bis 1932 Besitzer des Schloss Raabs war. Die Seelenmesse wird in Wien gelesen, die feierliche Beisetzung mit anschließender Agape findet im Klinger-Mausoleum bei Kollmitz statt (25. Juni, 12 Uhr).

Die Baronin war als Künstlerin in ganz Europa unterwegs, blieb aber Raabs stets verbunden. „Wir waren jedes Jahr bei der Maiandacht oben, auch als Kinder“, erzählt Tochter Britt Klingerstorff-Schwab. „Sie hat das Waldviertel sehr geliebt.“

Stand für Pablo Picasso Modell

Elfriede Klinger von Klingerstorff legte als junges Mädchen die Eignungsprüfung in Zeichnen, Malen und Modellieren ab und studierte später Tanz und Schauspiel. Sie erzielte mit Tanztourneen in ganz Europa große Erfolge. Pablo Picasso lernte sie bei einem Gastspiel in Paris kennen: Sie durfte ihm Modell stehen und lernte von ihm Techniken der Malkunst.

Die Künstlerin – unter dem Namen „La Hitt“ bekannt – erlitt bei ihrer Tournee in Athen einen Zusammenbruch: Sie kehrte nach Österreich zurück und sollte mindestens sechs Monate pausieren; daraus wurden schließlich Jahre. Klinger von Klingerstorff brachte in dieser Zeit ihre vier Kinder auf die Welt, von da an war ihre künstlerische Tätigkeit zweitrangig.

Entdeckte wieder die Kunst für sich

Sie begann wieder bildnerisch zu arbeiten, als die Kinder herangewachsen waren, und war außerordentliche Hörerin an der Technischen Hochschule in den Fächern Akt- und Gebäudemalen sowie Zeichnen. Der realistischen Malerei, dem Porträt, Akt und Tanz (meist Selbstbildnisse) folgten sakrale Motive, Tierbildnisse und Entwürfe für Plakatmalerei.

Die öffentliche Beisetzung in Raabs erfolgt auf ihren Wunsch hin.