Tischlerei Tiller: Auer ist erster Tischlermeister. Gabriel Auer ist der erste ehemalige Lehrling des Betriebs, der zur Meisterprüfung antrat. Corona-Zeit wurde für Fortbildung genutzt, Küchenbau war Prüfung.

Von Michael Schwab. Erstellt am 17. Juni 2021 (04:40)
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Luise und Roland Tiller gratulieren Gabriel Auer (Mitte) zur bestandenen Meisterprüfung.
Michael Schwab

Gabriel Auer ist der erste ehemalige Lehrling der Tischlerei Tiller, der zur Meisterprüfung antrat und jetzt stolz den Titel „Tischlermeister“ führen darf.

Im Juli 2012 hatte er seine Lehre bei Tiller begonnen. „Ich hatte schon von klein auf eine Vorliebe für den Werkstoff Holz entwickelt und immer wieder etwas damit gebastelt“, erinnert sich Auer. Drei Jahre später legte er die Gesellenprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Doch an dieser Stelle sollte der Ausbildungsweg des jungen Tischlers noch nicht zu Ende sein.

Vor drei Jahren wechselte er von der Produktion ins Büro, wo er zunächst für die Arbeitsvorbereitung und Materialplanung verantwortlich war. Schon bald kam aber auch die technische Planung von Kundenaufträgen hinzu.

„An diesem Punkt kam bei Gabriel der Wunsch auf, die Meisterprüfung zu absolvieren, da die zusätzlichen Kenntnisse für sein neues Aufgabengebiet wichtig wären“, sagt Firmenchef Roland Tiller. Um zur Prüfung antreten zu dürfen, musste Gabriel Auer fünf Module absolvieren. „Das Unternehmermodul und das Ausbildermodul erledigte ich 2020, danach die übrigen drei. Ich habe praktisch die Corona-Zeit genutzt, um mich fortzubilden“, erzählt der frischgebackene Tischlermeister.

Die Ausbildung fand teilweise im Fernunterricht statt. „Glücklicherweise konnten handwerkliche Elemente in Präsenz stattfinden, da das Anforderungsprofil doch sehr umfangreich war.“

Eine Küche zur Prüfung. Zur Meisterprüfung mussten er und seine Prüfungskollegen einen besonderen Auftrag erledigen: Im Rahmen eines gemeinnützigen Projektes galt es, Einrichtungsgegenstände für eine in Not geratene Familie herzustellen.

„Wir erhielten die Küche als Prüfungsarbeit“, berichtet Auer.

Für seinen Chef ist ein junger Meister im Betrieb ein wertvoller Mitarbeiter: „Es kommen neue Impulse, wie wir unsere Arbeit und deren Qualität weiter verbessern können. Daher wollen wir Gabriel Auer weiter in der Firma halten und gemeinsam mit unserer gesamten Belegschaft – wir sind jetzt elf Leute – die Zukunft unseres Betriebes weiter gestalten“, betont Tiller.

Auer sei für ihn ein Beispiel, wie man mit einer Lehre als Ausgangspunkt Karriere machen kann: „Mit der Gesellenprüfung ist der Weg nicht zu Ende.“