Ferien: Kindergarten hat offen, Schule zum Teil. Die Sommerpause fällt im Kindergarten heuer erstmals aus. Die Ferienbetreuung in der Volksschule ist nun fix: Genügend Eltern bekundeten Interesse.

Von Karin Widhalm und Michael Schwab. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:33)
Rückblick ins Jahr 2019: Ferienbetreuung in der Volksschule Waidhofen.
NÖN-Archiv

Die durchgehende Ferienbetreuung im Kindergarten ist nun fix: Erstmals wird es heuer aufgrund der Corona-Ausnahmesituation keine Sommerpause geben. Bisher gab es diese Betreuung im Normalfall in den ersten drei und den letzten drei Ferienwochen, mit einer „Lücke“ dazwischen.

Eine Herausforderung bei der Umsetzung in der Praxis waren die Urlaube der Kindergartenpädagoginnen. „Wir können ihnen nicht ihren Urlaub streichen, zumal es Landesbedienstete sind. Nur die Kindergartenhelferinnen werden von der Gemeinde beschäftigt“, weist die zuständige Stadträtin Eunike Grahofer (ÖVP) auf die Urlaubs-Problematik hin.

Selbst wenn man es wollte, wäre eine Urlaubssperre für die Pädagoginnen nicht sinnvoll, da sich dann die Urlaubsansprüche bis zum Herbst anstauen würden, wo es dann keine längeren Ferien mehr gibt.

Vollständiger Betrieb wegen Personalknappheit unmöglich

„Aufgrund der Personalknappheit können wir in der Ferienmitte nur einen Kindergarten offen halten. Beide Kindergärten mit allen Gruppen zu öffnen, ist einfach mangels Personal nicht möglich und würde auch keinen Sinn machen, dann wären in jeder Gruppe zwei bis drei Kinder“, stellt Grahofer klar. Ihr sei bewusst, dass manchen Eltern eine vollständige Öffnung lieber wäre, um eine Durchmischung der Gruppen zu vermeiden, doch dies sei unrealistisch. Es werde aber die Obergrenze von 12 Kindern pro Gruppe eingehalten, versichert Grahofer.

Organisatorisch soll die Ferienbetreuung wie folgt ablaufen: Die erste Kindergartengruppe verlängert die dreiwöchige Phase zu Ferienbeginn um eine Woche, die zweite fängt eine Woche früher an, um die Lücke zu schließen.

Betreuung in Volksschule steht

Die Volksschulgemeinde, in der die Gemeinden Waidhofen-Land und Waidhofen-Stadt vertreten sind, führt die Kinderbetreuung vormittags und nachmittags durch; zumindest in den ersten drei und letzten drei Ferienwochen. Das gibt Bürgermeister Christian Drucker in der Vorwoche offiziell bekannt. Unsicherheit kam wie berichtet im Juni auf, nachdem Natascha Weinstabl auf Nachfrage keine fixe Zusage erhielt.

Die erneute Erhebung ergab jedoch, dass das Interesse der Eltern gegeben ist: Drei Gruppen können gebildet werden. Sie werden über mehrere Wochen von 7 bis 17 Uhr in den schon lange adaptierten Räumen der Volksschule Waidhofen betreut.

„Positiv ist, dass das Land NÖ heuer mehr als die Hälfte zahlt“, erklärt Drucker. 2019 erhielten Gemeinden 250 Euro pro Gruppe und Woche, 2020 aber 500 Euro. Der Bürgermeister schlüsselt die Kosten auf: 8.000 Euro zahlt das Land, 8.700 Euro die Eltern (ohne Bastelbeitrag und Mittagessen), 5.300 Euro die Volksschulgemeinde. 22.000 Euro kostet die Kinderbetreuung im Sommer insgesamt, durchaus ein großer Brocken, wie der Bürgermeister feststellt. Er ist aber froh, dass man eine „positive Lösung“ gefunden habe.

Kosten als Wermutstropfen

Für Weinstabl bestätigt sich, dass nicht nur sie auf ein Betreuungsangebot im Sommer angewiesen ist. Es habe sich „halt leider niemand anderer getraut, mit mir dafür zu kämpfen“. Die berufstätige Mutter aus Vestenpoppen hat sich – nach mehrfacher Anfrage bei der Gemeinde, wie sie sagt – an das Land NÖ gewandt. „Ein kleiner Wermutstropfen ist meiner Meinung nach die doch nicht unbeträchtlichen Kosten. Dies ist zwar für meine eigene Familie kein Problem, bedeutet jedoch für manch andere Familie eine große Belastung“, erklärt sie, dass eventuell für die Folgejahre eine höhere Gemeindebeteiligung angebracht wäre. „Dies habe ich den Gemeindevertretern auch so mitgeteilt.“