Thomas Arthaber im Interview: „Mutig in die Zukunft“. Thomas Arthaber folgt Ernst Wurz als Vorsitzender der Waldviertel Akademie, und spricht über seine Pläne für die Zukunft.

Von Michael Schwab. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:26)
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Thomas Arthaber (rechts) wurde zum Nachfolger von Ernst Wurz als Vorsitzender der Waldviertel Akademie gewählt. 
Waldviertel Akademie

Die Waldviertel Akademie hat einen neuen Vorsitzenden: Der Dietmannser Thomas Arthaber wurde im Rahmen einer ordentlichen Mitgliederversammlung in der „Anno Lignum“ Holzerlebniswelt von 26 Anwesenden einstimmig zum Nachfolger von Ernst Wurz an der Spitze der Waldviertel Akademie ernannt. Die NÖN sprach mit ihm über seinen Zugang zur Waldviertel Akademie und seine Pläne für die Zukunft.

NÖN: Wie kamen Sie zur Waldviertel Akademie? Warum entschlossen Sie sich, sich hier zu engagieren?

Thomas Arthaber: Der erste Kontakt ergab sich durch Christoph Mayer anlässlich der Landesausstellung 2009. Wir gingen parallel zur Schule und haben für die Landesausstellung Flyer verteilt und bei Veranstaltungen mitgeholfen. 2014 wurde ich gefragt, ob ich die Funktion des Rechnungsprüfers in der Waldviertel Akademie übernehmen möchte. Das Angebot habe ich dankend angenommen.

Wie ging es in den folgenden Jahren weiter. Was waren für Sie die Höhepunkte? Was hat Ihnen die Motivation gegeben, dabei zu bleiben?

Arthaber: Was mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt, ist, welche Atmosphäre bei den Sommergesprächen herrscht, wenn bis zu 400 Personen im Schlosshof in Weitra sitzen. In diesem Moment spürt man, wie sehr die Arbeit der Waldviertel Akademie und ihre Mitglieder wertgeschätzt werden. Ich war in den vergangenen drei Jahren schon bei der Programmgestaltung dabei und vertrat auch unseren damaligen Vorsitzenden Ernst Wurz, vor allem bei Veranstaltungen.

Das heißt, es wurde ein fließender Übergang vorbereitet?

Arthaber: Ja. Ich wurde 2018 zum Vorsitzenden-Stellvertreter gewählt, das geschah schon im Hinblick auf die spätere Übernahme des Vorsitzes. Ernst Wurz suchte damals schon einen Nachfolger, und wir wollten einen fließenden Übergabeprozess haben. Wir fuhren gemeinsam zu Terminen mit Projektpartnern, entschieden uns gemeinsam für Simone Brodesser als neue Geschäftsführerin und erstellten auch das Programm für 2021 noch gemeinsam. Schrittweise übernahm ich immer mehr Verantwortung. Corona machte das Ganze aber nicht gerade leicht.

Wieso das? Wie reagierte die Akademie auf Corona?

Arthaber: Weil die eigentlich nötigen persönlichen Kontakte irrsinnig schwierig zu bewerkstelligen waren, mussten wir unsere Kommunikation auf digitale Medien umstellen – ein Prozess, an dem ich federführend mitwirkte. Uns war klar, wir wollen und müssen Veranstaltungen digital anbieten. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, hybride Veranstaltungen zu machen, sei es zu vereinsinternen Zwecken oder auch für Veranstaltungen mit Publikum, mit reduzierten Teilnehmerzahlen aufgrund der Corona-Auflagen.

Sollen diese hybriden Veranstaltungen auch nach Corona beibehalten werden?

Arthaber: Aus heutiger Sicht ja, weil wir so ein breiteres Publikum erreichen können, wenngleich Präsenzveranstaltungen nicht durch virtuelle Veranstaltungen ersetzbar sind. Es fehlt das ungezwungene Gespräch nach dem offiziellen Teil, wo oft die besten Ideen bei einem Glas Wein entstehen. Seit 2020 hat die gesamte Gesellschaft Kompetenz in digitaler Kommunikation aufgebaut, ist dadurch vielleicht sogar leistungsfähiger geworden, aber mit Verlust des persönlichen Kontakts.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft der Waldviertel Akademie?

Arthaber: Ich möchte auf dem Weg meiner Vorreiter – allen voran Ernst Wurz – aufbauen. Das Credo der Waldviertel Akademie ist, ein Sprachrohr der Waldviertler Bevölkerung zu sein. Ich will den Gründungsgedanken von Adi Kastner weiter tragen, die aktuellen Fragen der Zeit aufgreifen und mutig in die Zukunft gehen, Neues ausprobieren und zugleich auf Bewährtes setzen. Ein großes Anliegen ist für mich, eine Veranstaltung anlässlich des zehnten Todestages von Adi Kastner zu organisieren, bei der Wegbegleiter und Zeitzeugen zu Wort kommen werden.

Wo engagieren Sie sich in Ihrer Freizeit noch? Was machen Sie beruflich? Wie sah Ihr Werdegang aus?

Arthaber: Ich bin seit 2000 bei der Feuerwehr und seit 2004 beim Roten Kreuz in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Freiwilligenkoordinator, im Rettungsdienst, als Feuerwehr-Abschnittssachbearbeiter für den Nachrichtendienst, im Katastrophenhilfsdienst und auch im Landesfeuerwehrkommando. Nach der Hauptschule und dem Abschluss der Handelsakademie in Waidhofen war ich von 2009 bis 2016 bei der Volksbank Waidhofen beschäftigt, nahm dann kurz Bildungskarenz und bin seit 2017 Private-Banker bei der Sparkasse Zwettl.