Hund beißt Reh in Wiener Neustadt tot. Bereits zum zweiten Mal im heurigen Jahr dürfte im Akademiepark ein Rehbock Opfer eines freilaufenden Hundes geworden sein. Vom Hundehalter fehlt jede Spur.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 16. April 2019 (06:08)
Karl Kochmanowitsch
Dieser Rehbock dürfte Opfer eines freilaufenden Hundes geworden sein. „Ich begrüße es, dass der Park so gut frequentiert ist, aber was die Hundeleinenpflicht betrifft, müssen wir härter vorgehen“, ist Amtsdirektor Martin Pickl überzeugt.

Für Martin Pickl ist Feuer am Dach. Es ist schon wieder passiert. Schon wieder wurde im Park der Militärakademie ein Rehwild von einem nicht angeleinten Hund zu Tode gehetzt. Zum zweiten Mal im noch jungen Jahr. „Dieser Zustand ist nicht mehr tragbar“, klagt er gegenüber der NÖN.

Ereignet hat sich der Vorfall vor einer Woche. Ein Hund dürfte einem jungen Rehbock hinterhergejagt und ihn nach langer Hetze erwischt haben. Das Tier ging zu Boden und starb schließlich an den Folgen der schweren Verletzungen. Passanten alarmierten die Polizei nach ihrem Fund, die Exekutive wiederum verständigte Pickl, den Jagschutzbeauftragten. „Gemäß niederösterreichischem Hundehaltegesetz sind Hundehalter verpflichtet, ihren Hund in öffentlichen Parks an die Leine zu nehmen“, ruft Amtsdirektor Pickl in Erinnerung. Und ergänzt: „Ab jetzt wird ausnahmslos jeder Hundebesitzer, der seinen Hund im Akademiepark ohne Leine laufen lässt, zur Anzeige gebracht!“

Philipp Hacker-Walton
In diesem Bereich des Akademieparks – in der Nähe des E-Werks – wurde das Reh gefunden.

Wie sich der Vorfall abgespielt haben dürfte, kann Pickl nur vermuten, dass es sich aber um Bisse eines Hundes handelte, steht für ihn fest: „Um die Todesursache bei verendeten Wildtieren festzustellen, ist es üblich, das verendete Stück Wild aus der Decke zu schlagen. In diesem Fall stieß man im Hals- und Bauchbereich auf zahlreiche Bissverletzungen, die von außen nicht sichtbar waren. Somit war der Grund des Ablebens des Tieres klar mit den vielfachen Verletzungen durch Hundebisse und damit auch der bereits vermuteten panikartigen Flucht im Zusammenhang.“

Generell beobachte er eine eklatante Zunahme von Bissverletzungen an Rehen, die aber nicht immer unmittelbar zum Tod führen: „Am meisten gefährdet sind Rehgeißen, die entweder versuchen den Feind von ihren Kitzen abzulenken, oder gegen Ende der Trächtigkeit im Mai jeden Jahres so schwer sind, dass sie nur langsam fliehen können“, so Pickl.

Besonders im Frühjahr ist Vorsicht geboten

Der etwa 250 Hektar große Akademiepark ist als Eigenjagdgebiet eingetragen und weist einen Wildbestand von etwa 25 Rehen, Feldhasen und Fasanen, Rebhühnern sowie Stockenten, Greifvögeln, Füchsen und marderartigen Raubwildes auf. „Gerade im Frühjahr, wo alle Wildtiere Nachwuchs in die Welt setzen, ist Vorsicht geboten“, appelliert Pickl.

Von dem Hundehalter übrigens fehlte laut dem Jagdschutzbeauftragten bis Montagnachmittag jede Spur.