Baukran ärgert Gartenbesitzer in Wr. Neustadt. Baukran über dem Garten von Gerald Oswald sorgt für Ärger – er muss 27-Meter-Gerät jedoch dulden.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:55)
Der Baukran dreht sich mit dem Wind und kann deswegen auch das Grundstück von Gerald Oswald überragen.
privat, privat

Wenn Gartenbesitzer in den Himmel schauen, fällt ihr Blick meistens auf Vögel, dann und wann auf ein Flugzeug. Bei Gerald Oswald kann es derzeit auch ein Baukran sein, der über sein Grundstück ragt. Denn wenn auf der Baustelle nebenan nicht gebaut wird und der 27 Meter hohe Kran still steht, „darf“ er sich nach dem Wind ausrichten und überragt schon mal das Grundstück von Gerald Oswald in der Vidosichgasse – was er allerdings über sich ergehen lassen muss, wie der Stadtsenat kürzlich beschloss.

Die Vorgeschichte: Seit 2016 sind es Wohnblöcke in der Einfamilienhaus-Siedlung bzw. Hubsteingasse, die für Aufregung bei den Anrainern – darunter Gerald Oswald – sorgen. Jahrelang (schon vor Inkrafttreten der Bausperre) kämpften sie wegen diverser Bedenken, unter anderem wegen erhöhtem Verkehrsaufkommen und Parkplatzproblemen, gegen die 48 Wohnungen sogar vor Gericht an – vergebens.

Kran war vor Bescheid aufgestellt

„Damit habe ich mich abgefunden, nicht aber mit dem Baukran, der jetzt ein Jahr über mein Grundstück ragen darf. Was ist, wenn da etwas passiert, etwa bei einem Sturm?“, sagt Gerald Oswald bei einem Lokalaugenschein mit der NÖN. Und so erhob er Einspruch gegen den Baukran, der zum Ärger von Oswald auch noch von einem Dieselaggregat betrieben wird. „Ich habe auch Vorschläge gemacht, wie man es anders angehen könnte. Etwa mit zwei Autokränen, was meinen Berechnungen zu Folge nur minimal teurer wäre.“ Darauf sei man aber nicht eingegangen. Im Gegenteil: Am Freitag, dem 30. April, wurde sein Einspruch von der Stadtpolitik abgelehnt. „Ich hatte noch keinen Bescheid, dass mein Einspruch abgelehnt wurde, da ist der Kran schon gestanden“, ärgert er sich über die Vorgehensweise am Magistrat.

Auf NÖN-Anfrage verweist ÖVP-Infrastrukturstadtrat Franz Dinhobl auf SPÖ-Baustadträtin Pamela Felgenhauer. Die meint, „dass der Kran aufgestellt wurde, noch bevor Herr Oswald den Bescheid bekommen hat, macht kein gutes Bild.“ Allerdings habe sich die Baufirma nichts zu Schulden kommen lassen, denn die Protestabweisung habe mit dem Stadtsenats-Beschluss seine Gültigkeit. Wie die Firma so schnell von dem Beschluss erfuhr, könne sie nicht sagen.

Generell sei die Beschwerde von Gerald Oswald abgelehnt worden, weil der Firma durch andere Herangehensweisen erheblich mehr an Kosten entstanden wären, das sei nicht zumutbar gewesen. Wobei sie im Gespräch mit der NÖN versichert, dass sie Verständnis für den Unmut von Gerald Oswald habe – allerdings müsse objektiv gehandelt werden und der Kran sei eben temporär beschränkt.

Für Gerald Oswald steht mit dem Kampf gegen den Wohnbau und Kran fest: „Mir ist schon klar, dass die Stadt wächst und dadurch finanzielle Vorteile entstehen. Allerdings sollte die Stadtpolitik nicht vergessen, dass gerade wir, die Einfamilienhausbesitzer, in den letzten Jahrzehnten die Gebühren bezahlt haben.“