Staatsanwaltschaft 2019 mit mehr Verfahren. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat 2019 mehr neue Fälle registriert. Gemäß der am Freitag präsentierten Bilanz hat es bei den in die Zuständigkeit des Landesgerichts fallenden Straftaten eine Steigerung um knapp zehn Prozent auf 3.237 gegeben. Ausdrücklich erwähnt wurde bei einem Pressegespräch der Anstieg bei Delikten gegen Leib und Leben unter Verwendung von Messern.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 28. Februar 2020 (13:12)
Symbolbild 
n Matthias Wehnert

Von Anfang vergangenen Jahres "bis heute" haben sich laut Markus Bauer von der Anklagebehörde im Sprengel Wiener Neustadt "16 teilweise versuchte, teilweise vollendete Tötungsdelikte" zugetragen. Bei elf seien Messer verwendet worden. Die Hemmschwelle für deren Einsatz in Konfliktsituationen scheine zu sinken, merkte die Leitende Staatsanwältin Barbara Haider an. "Die Anlässe für Messerangriffe sind aus unserer Wahrnehmung heraus oftmals erschreckend unbedeutend."

Messer würden nicht nur spontan im häuslichen Bereich als Tatwaffe eingesetzt, sondern vermehrt auch außerhalb des eigenen Heims, verwies Haider auf die Betrachtung relevanter Verfahren. Ein möglicher Lösungsansatz für den öffentlichen Raum wäre allenfalls eine gesetzliche Regelung in Anlehnung an Paragraf 42a des Deutschen Waffengesetzes, wonach das Führen von Messern über einer bestimmten Klingenlänge verboten ist.

Infolge des Anstiegs bei den Tötungsdelikten gab es im vergangenen Jahr eine Verdoppelung bei den Tatrekonstruktionen von vier auf acht, teilte Staatsanwältin Silke Pernsteiner mit. 3.211 Verfahren (2018: 3.053) in der Zuständigkeit des Landesgerichts seien von der Anklagebehörde in Wiener Neustadt zum Abschluss gebracht worden.

Die Staatsanwaltschaft konstatierte auch eine "starke Zunahme" bei der sogenannten Gewalt im sozialen Nahraum. Die Rede war bei dem Pressegespräch von in etwa einer Verdoppelung der Fälle von Körperverletzung, fortgesetzter Gewaltausübung, Nötigung und auch Sexualdelikten im Familienkreis.

Vor Schwierigkeiten stellte die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt nicht zuletzt das Platzproblem. Es stehe lediglich "die Hälfte bis ein Drittel der für den Optimalbetrieb erforderlichen Fläche zur Verfügung" sagte Haider. Die Behörde sei demnach "flächenmäßig an Grenzen gestoßen".