Mega-Solaranlage in Lichtenwörth geplant. Gemeinsam mit Friedl Pauer-Rüel will SPÖ-Bürgermeister Harald Richter einen der größten Photovoltaik-Parks Österreichs realisieren. Kritik von Opposition in Sitzung.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 20. August 2019 (05:36)
Veraszto
Landwirt Friedl Pauer-Rüel und SPÖ-Bürgermeister Harald Richter (v.l.) sind vom Photovoltaik-Park überzeugt. Unter anderem soll dieser vis-à-vis der Firma Linauer entstehen.

Laut SPÖ-Bürgermeister Haralt Richter soll es eines der größten Photovoltaik-Projekte Österreichs werden: Auf den Ackerflächen vis-à-vis der Firma Linauer und im Bereich des Heutalhofs soll in Zukunft mit Photovoltaik-Modulen Strom erzeugt werden. Genug, um den jährlichen Strombedarf von 1.000 Haushalten zu decken. Das Projekt ist in mehreren Etappen geplant. In einer ersten Phase soll ein Solarpark mit einer installierten Leistung von sieben Megawatt entstehen, auf einer Fläche von rund sieben Hektar. Danach werden Versuchsreihen stattfinden, so der Ortschef.

Ziel wäre, den Photovoltaik-Park in Zusammenarbeit mit Landwirten und Grundeigentümern auf 60 Megawatt und damit zur größten Anlage Österreichs zu erweitern. „Nachdem wir jetzt auf Dächern öffentlicher Gebäude Photovoltaik-Anlagen installiert haben, wollen wir den nächsten Schritt setzen, um erneuerbaren Strom zu produzieren“, so Richter. Geplant ist aber auch, den Photovoltaik-Park mit Tierhaltung zu koppeln und für das Wildtier neue Biotope zu schaffen.

„Wir machen Landwirtschaft 2.0“, erklärt der Ortschef. Mit an Bord beim Projekt ist Landwirt Friedl Pauer-Rüel, der auf 2,5 Hektar Strom erzeugen will. „Das Problem der Landwirtschaft ist, dass wir für unsere Frucht nicht mehr den Preis bekommen, der gerechtfertigt ist. Wenn Bauern ernten, wissen sie nicht, was sie für ihr Produkt bekommen. Deshalb habe ich neue Wege gesucht, die mehr Sinn machen. Diese Entscheidung fiel mir leicht“, so Pauer-Rüel.

"Gutes Ackerland zu verbauen, finde ich falsch" SPÖ-Gemeinderätin Karin Höller

In der Gemeinderatssitzung vergangene Woche stieß das Projekt aber auf Kritik. SPÖ-Gemeinderätin Karin Höller kritisierte, dass für den Solarpark bewirtschaftbare Ackerflächen verwendet werden sollen: „Ich bin für Photovoltaik, aber Strom kann man nun mal nicht essen. Gutes Ackerland zu verbauen, finde ich falsch.“

Auch die ÖVP äußerte Bedenken. Denn in der Sitzung sollten vier Landwirten bereits die Pachtverträge mit der Gemeinde gekündigt werden, obwohl noch nicht fixiert sei, ob die Umwidmung der Äcker durch das Land genehmigt wird. Ein Zusatzantrag von ÖVP-Gemeinderat Norbert Koch, dass die Kündigung der Flächen erst in Kraft trete, wenn die Umwidmung gültig ist, wurde mehrheitlich von der SPÖ abgelehnt.

Nach einer längeren Debatte platzte die Sitzung schlussendlich, als die SPÖ-Gemeinderäte Karin und Harald Höller den Raum verließen.

In der kommenden Gemeinderatssitzung sollen nun die Kündigungen der Pachtverträge sowie ein Vertrag mit der Wien Energie beschlossen werden. Diese wird den Strom aus dem Park beziehen.