Herzlos: Welpen-Fund war nur vorgetäuscht. Hunde-Aufpasser gab sieben Welpen einfach im Tierheim ab und trennte sie von ihrer Mutter. Fall flog zum Glück bald auf.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:15)
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Putzig: Die Huskey-Mischlinge wurden kurzzeitig vom Tierschutzhaus betreut.

Es war schon der Anruf, der Tierschutzhaus-Leiterin Renate Wolfger spanisch vorkam: „Ich habe hier auf dem Radweg Richtung Bad Fischau beim Hornbach eine Schachtel mit sieben Welpen gefunden“, meldete ein Mann in der Vorwoche. Als er dann mit den Tieren in einer Bananenschachtel im Tierschutzhaus anrückte, wurde Renate Wolfger misstrauisch: „Ich habe ihn noch gefragt, ob es nicht seine Hunde sind – was er verneint hat.“

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So kamen die „Fundtiere“ an: Sieben Welpen in einer Bananenschachtel.

Der Tierschutzhaus-Leiterin bereiteten die sieben Huskey-Mischlinge (erst 9 Tage alt) eine schlaflose Nacht: „Sieben Welpen mit dem Flascherl zu füttern, braucht seine Zeit.“ Am nächsten Tag nahm der Fall dann eine Kehrtwende: Eine Frau aus dem Burgenland meldete sich im Tierheim, fragte, ob Jungtiere abgegeben worden seien. Die kuriose Geschichte: Die Burgenländerin hatte die Hundemutter samt den Welpen für ein paar Tagen zum Aufpassen zu einer Wiener Neustädter Familie gebracht – offensichtlich wurde es der zu viel. „Es ist vor allem grausam, die Mutter von ihren Jungen zu trennen. Sie sucht ja nach ihnen. Zudem kann die Mutter einen Milchstau erleiden – das kann böse ausgehen,“ meint Wolfger.

Immerhin gab es im Tierschutzhaus dann ein Happy End. Die Frau aus dem Burgenland rückte mit der Hundemama an, die ihre Welpen sofort wieder annahm und säugte. Trotzdem ist die Tierexpertin mehr als sauer: „So einen Fall haben wir noch nicht gehabt.“ Nicht so gut gingen zwei andere Fälle aus: So stellte sich etwa heraus, dass ein Hundebesitzer aus Oberösterreich sein Tier, das er erst zwei Monate bei sich hatte, als „Fundtier“ abgab, ehe er mit seinem Mercedes Cabrio wieder abbrauste.

Auch an der B17 beim Schwarzwirt wurde ein angebundener Hund als Fundtier gemeldet – hier gibt es ebenfalls Zweifel.