Messerattacke vor dem Spital: Sechs Jahre Haft. 35-Jähriger hatte seinem Opfer in die Brust gestochen - vor Gericht wurde er schuldig gesprochen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. Januar 2021 (20:28)
Franz Baldauf

Zweiter Tag im Prozess gegen einen 35-Jährigen, der am 24. April in der Spitalsgasse auf einen 31-jährigen Mann eingestochen hatte. Wie berichtet, kam es zu Streitereien wegen des Rollrasens, den das Opfer im Garten des Angeklagten verlegt hat. Zuerst traf man sich zu einer „Aussprache“ in der Raugasse, die zu einer Schlägerei mit acht bis zehn Beteiligten führte, und danach nochmals im Spital. Vor dem Krankenhaus kam es zu einem weiteren Treffen, wo das Opfer einen fünf Zentimeter tiefen Stich in der Brust davontrug. Der Angreifer wurde wegen versuchtem Mord angeklagt.

Am zweiten Prozesstag waren noch vier Zeugen am Wort. Ein Cousin des Angeklagten, der Schwager des Opfers und zwei Beobachter. Der einzige unbeteiligte Zeuge hatte vom Hochhaus neben dem Tatort zugeschaut: „Zuerst fiel mir ein Auto mit mehreren Insassen auf. Später hörte ich Schreie und sah vier oder fünf Personen auf der Straße, die geschrien haben.“ Er habe dann erkannt, dass es drei oder vier gegen einen waren, die da hin und her gerufen haben. „Das Opfer ist mehrfach zurückgewichen, aber nicht weggelaufen. Dann kam einer zu ihm, es gab einen Tumult und dann sah ich das Opfer in Richtung Spital laufen. Die anderen Männer sprangen in ihr Auto und fuhren mit quietschenden Reifen davon.“

Der Schwager des Opfers gab an, dass dieses dem Streit ausweichen wollte und deshalb die Straßenseite gewechselt habe. „Ich wollte die Männer aufhalten und habe ihm den Rücken zugedreht.“ Sein Schwager habe plötzlich gerufen, er sei „gestochen worden“ und sei blutend zum Spital zurück gelaufen.

Aus der Anklage wegen versuchtem Mord wurde ein Schuldspruch wegen versuchtem Totschlag mit einem – nicht rechtskräftigen – Urteil von sechs Jahren Haft.