Nach Homeschooling: Schule so wie normal?. Nach Homeschooling und Schichtbetrieb ortet SQM Hörndler „Sehnsucht nach Alltag“.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 13. Mai 2021 (05:23)

Seit 13. März 2020 änderten sich die Rahmenbedingungen für Unterricht im Monatstakt. Lockdown, Homeschooling, Schichtbetrieb und Distance Learning sind Schlagwörter, die zuvor kaum jemand kannte und die seither in aller Eltern-, Lehrer- und Kindermunde sind. Am kommenden Montag soll wieder „Normalität“ in den Schulbetrieb einkehren: Unterricht nach Stundenplan.

„Es ist allerhöchste Zeit, dass Kinder wieder Präsenzunterricht in allen Altersstufen erleben“, sagt der Leiter der Außenstelle der Bildungsdirektion in Waidhofen, Schulqualitätsmanager (SQM) Josef Hörndler. „Gerade in der Volksschule und der Sekundarstufe 1 sehnen sich die Kinder nach Normalität, die vor allem mit sozialem Miteinander erlebt wird.“

„Kinder wollen Normalität und ein Gefühl von Abschluss erleben.“ SQM Josef Hörndler

Dabei war der Schichtbetrieb, wie er in den Volksschulen und einschließlich diese Woche in der Sekundarstufe 1 und 2 gelebt wird, eine Herausforderung für Kinder, Eltern und Lehrer.

„Bei den Jugendlichen ist zuletzt die Motivation immer stärker gesunken“, sagt Hörndler, der sich zunehmend mit Anfragen aus Schulen und Familien konfrontiert sah. Er hofft, dass ab Montag der durchgehende Präsenzunterricht das System Schule wieder als Ort der sozialen Begegnung erlebbar macht.

„Als Ort, wo man Freunde trifft, miteinander Sport und Musik macht, sich nach der Schule gemeinsam auf den Heimweg begibt“, sagt Hörndler. Dass noch vor Schulschluss eine Phase der Normalität eintritt, das hält Hörndler für essenziell wichtig. „Die Kinder wollen eine Strecke der Normalität und ein Gefühl von Abschluss erleben, bevor sie in die Sommerferien gehen.“ „Testen und Maskenplicht sowie Hygienevorschriften hemmen das natürliche Empfinden von Schule noch“, sagt Hörndler.

Zeugnisse und Matura im Corona-Jahr

Und das Zeugnis? Hier sieht Hörndler kein großes Problem. „Die Lehrer werden es schaffen, die Kinder gerecht nach ihren Leistungen, die sie in der Schule und im Homeoffice erbracht haben, zu beurteilen“, sagt er. Wenn er auch die Schulen auffordert, in der Beurteilung miteinzubeziehen, dass dieses Schuljahr besonders schwierig und nicht vergleichbar mit gewöhnlichen Jahren war. Kein Problem sieht Hörndler bei der bereits laufenden Matura.

„Die Reifeprüfungen werden nach vom Ministerium festgelegten Richtlinien durchgeführt, wobei die mündliche Matura auf Freiwilligkeit beruht und die Jahresnote in die Gesamtbeurteilung einfließt. „Was ich durchaus begrüße“, sagt Hörndler. Dass Maturanten mit „Corona-Matura“ einen Nachteil hätten, findet er nicht. „Es war kein verlorenes Jahr“, sagt er. Dass Lehrer an die Grenzen ihrer Belastung gekommen sind, darauf weist Pflichtschullehrer-Personalvertreter Martin Traxler hin.

„Das Nebeneinander von Präsenzunterricht und Online-Unterricht im Schichtbetrieb war für viele Pädagogen fordernd und trieb sie körperlich und psychisch an die Belastungsgrenze. Viele Kollegen sind gefährlich nahe an ein Burn-out gekommen“, sagt Traxler.

Sport, Musik, Kreativität und Sommerschulen

Vor allem das Manko an Sport Musik und Kreativität will Hörndler im nächsten Schuljahr aufgeholt wissen. „Das wird ein Schwerpunkt werden.“

Für jene, die Gefahr laufen, dass sie im Herbst Startschwierigkeiten haben, wird es eine Sommerschule geben. 18 Standorte gibt es in der Bildungsregion, sechs davon im Bezirk: VS Waidhofen, Schulzentrum Amstetten, VS Preinsbachstraße, MS Haag, VS und MS Allhartsberg und VS Weistrach.