Präsenzzahlen in Schulen im Ybbstal steigen. In der ersten Woche des Lockdowns meldeten Schulen bis zu 50 zu betreuende Kinder.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 25. November 2020 (04:29)
Jene Schüler, die an der Ybbsitzer Mittelschule in der Schule betreut wurden, folgten am Montag in der ersten Stunde dem Fernunterricht ihrer Lehrerin auf ihren Handys genauso wie ihre Kollegen im Heim-Office.
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Bereits die erste Woche des Lockdowns hat gezeigt, dass die Ybbstaler Schulen jetzt im Herbst in der Entwicklung digitaler Unterrichtstools viel besser aufgestellt sind als beim ersten Lockdown im Frühjahr. „Ich höre aus allen Schulen bis hinauf in die Oberstufen, dass die digitalen Schienen dieses Mal gut vorbereitet sind und bis auf Kleinigkeiten auch tadellos funktionieren“, sagt der Leiter der Außenstelle der Bildungsdirektion in Waidhofen, Josef Hörndler.

Gleichzeitig sind im Vergleich zum Frühjahr deutlich mehr Kinder in den Präsenzunterricht in die Schulen gekommen. „Wir hatten heute 50 von knapp 200 Schülern in der Schule, die von zehn Pädagoginnen in Kleingruppen betreut wurden“, sagt Ruth Salamon, Direktorin der Volksschulen Waidhofen und Opponitz. „Das ist rund ein Viertel.“ Eine Gruppe wird dabei regelmäßig in Nachmittagsbetreuung bis 17 Uhr geführt. In Opponitz waren mit 16 bis 20 Schülern sogar ein Drittel der Kinder präsent. An der Waidhofner Wirtschafts- und Musikmittelschule sind täglich 20 bis 25 Schüler in der Schule. „Und es werden stetig mehr“, sagt Direktorin Doris Aigner. Das bestätigt Direktor Thomas Seyrl von der Volksschule Ybbsitz: „Es begann bei uns mit 15, zuletzt hatten wir bereits 22 von 154 Schülern im Schulhaus.“

An der Mittelschule Allhartsberg führt Direktor Jürgen Aigner das Steigen der betreuten Schüler – zuletzt von zehn auf 15 Schüler pro Tag – auch auf Probleme mit der Internetversorgung der Haushalte zurück. „Bei manchen geht das Internet sehr ruppig, da gehen sie lieber in die Schule“, sagt Aigner.

Hörndler ortet den Trend steigender Betreuungsnachfrage mostviertelweit. „In dieser Woche werden wir besonders da rauf schauen, dass wir jene, die wir bisher nicht erreicht haben, konkret in die Schule holen.“

Bei der Auslastung der Kindergärten bestätigt ein Rundruf der NÖN, dass rund zehn Prozent der Kinder in Kleingruppen betreut werden.

Ein Resümee wird laut Doris Aigner jedenfalls bleiben: „Immer öfter hören wir von Eltern wertschätzende Rückmeldungen darüber, wie schwierig die Hilfestellung beim Lernen ist und wie sehr sie die Arbeit der Pädagogen schätzen.“ Auch das sei eine Erkenntnis aus der Krise.