Ybbstaler Schulen sind gut vorbereitet. Täglich erreichen die Schulen Mails des Ministeriums. Der Andrang an Betreuungsschülern hält sich indes in Grenzen.

Von Leo Lugmayr und Peter Führer. Erstellt am 18. März 2020 (05:45)
Die Klassen der Schulen im Bezirk – wie hier an der Mittelschule Ybbsitz – sind seit Montag leer. Nur einzelne Schüler, die von den Eltern nicht betreut werden können, weil diese in sensiblen Bereichen beruflich tätig sind, kommen noch in die Schule.
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Seit Montag gibt es an den Schulen keinen Unterricht vor Ort. Zwar gibt es an den Bildungseinrichtungen die Möglichkeit zur Betreuung, es herrscht jedoch eingeschränkter Betrieb. Der Unterricht selbst entfällt dabei nicht, die Schüler sollen mittels alternativer Kommunikationswege unterrichtet werden. Wie man mit der neuen Situation umgeht, war natürlich auch bei den Schulen der Region Gesprächsstoff.

„Wir haben dichtgemacht. Seit Montag haben wir Homeoffice-Betrieb.“HTL-Direktor Harald Rebhandl

Die Direktorin der Volksschule Zell in Waidhofen sowie der Volksschule St. Leonhard am Walde, Ulrike Bauer, betont, allen Aufforderungen des Bundesministeriums und der Bildungsdirektion Folge geleistet zu haben.

„20 Kinder haben sich für diese Woche angemeldet“, sagt sie. An welchen Tagen sie von welchen Lehrerinnen betreut werden, wird Schritt für Schritt eingeteilt. „In St. Leonhard wurde kein einziges Kind angemeldet, daher wird die Schule vorerst geschlossen“, sagt Bauer

In die Volksschule Ybbsitz kam am Montag kein einziger Schüler, in die Mittelschule Ybbsitz kamen gerade einmal zwei Kinder. Diese wurden stundenplanmäßig von einer Lehrperson betreut, um das gesundheitliche Risiko zu minimieren.

Corona macht alles anders: Am Montag wären die Kicker der Mittelschule Ybbsitz für eine Woche ins ÖFB-Trainingslager nach Lindabrunn gefahren. Der Virus machte ihnen und Trainer Josef Aspalter einen Strich durch ihre Planung.
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In der Sekundarstufe 2 (Oberstufe der Gymnasien, HAK, HTL etc.) wurden die Jugendlichen zum Daheimlernen aufgefordert. In der HTL Waidhofen ist die schulische Absenzzeit auch bestens geplant. „Wir haben dichtgemacht. Seit Montag haben wir Homeoffice-Betrieb“, sagt Direktor Harald Rebhandl.

Alle Schüler haben spezielle Wochenpläne ausgehändigt bekommen, die sie Schritt für Schritt und in digitaler Korrespondenz mit ihren Professoren abarbeiten. „Unsere Studenten sind es gewohnt, über die HTL-Cloud Aufträge zu erhalten und Arbeitsergebnisse abzuliefern“, sagt Rebhandl.

Für jede Klasse gibt es entsprechende Aufgaben und Arbeitsaufträge. Die Schüler sind verpflichtet, diese abzuarbeiten und individuell mit den Lehrern abzustimmen. „Das deckt sich recht gut mit Vorstellungen des Ministeriums“, ist Rebhandl sicher. Die Schüler selbst seien sehr einsichtig und sich des Ernstes der Lage bewusst. „Bezüglich der Matura sind wir guter Dinge. Denn das letzte Semester ist immer von sehr individuellen Arbeitsplänen bestimmt“, sagt Rebhandl.

Die Bildungsdirektion und das Bundesministerium für Bildung wenden sich derzeit im Tagesrhythmus an die Direktionen. In allen Schulen in Niederösterreich ist für eine Betreuung jener Kinder gesorgt, die nicht zu Hause beaufsichtigt werden können.

Sofern möglich, sollen die Kinder aber zu Hause bleiben. Diese Betreuung gilt für jene, die aus beruflichen Gründen nicht die Möglichkeit haben, für eine Betreuung ihrer Kinder zu sorgen“, heißt es auf Anfrage an die Bildungsdirektion. Was halten Sie den Personen entgegen, die behaupten, dass die Maßnahmen überzogen sind? „Wer die prognostizierten Entwicklungen kennt, der wird verstehen, dass eine derart herausfordernde Situation auch besondere Maßnahmen verlangt“, lautet die Antwort der Bildungsdirektion. Dabei sei derzeit die Solidarität aller gefragt.

Direktor Markus Berger vom Stiftsgymnasium Seitenstetten zeigt Verständnis für die Schritte. Er hofft allerdings, dass man zumindest kurz nach Ostern die 8. Klasse abschließen kann. „Es sind da noch viele Fragen offen. Etwa, ob wir Schularbeiten ausfallen lassen können“, schildert er.

Besorgt zeigt sich Berger über die Situation vieler Eltern. „Das wird für einige sicher ein Problem werden.“ Man habe daher erhoben, wie viele Kinder die Betreuungsmöglichkeit in der Schule in Anspruch nehmen müssen beziehungsweise werden. Für den Unterricht selbst setze man beim Stiftsgymnasium auf ein funktionierendes e-learning-System.

Betreuungsmöglichkeit bleibt bestehen

Josef Spreitz, Direktor des Gymnasiums Amstetten, betont, dass es natürlich die Betreuungsmöglichkeit weiter gebe.

Den Bedarf dafür habe man bereits erhoben. Er gibt allerdings zu bedenken, dass „das wichtigste Kriterium, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, ist, möglichst wenig soziale Kontakte zu haben. Deshalb erscheint es auch wichtig, dass die 10- bis 14-jährigen Schülerinnen und Schüler bis zu den Osterferien zu Hause bleiben, wenn dies nur irgendwie möglich ist.“

Die Schulen seien sehr gut vorbereitet auf die außergewöhnliche und herausfordernde Situation, heißt es seitens der Bildungsdirektion. Bleibt abzuwarten, wie sich die Situation nach Ostern entwickelt. Was sich alle wünschen, ist nur eins: zurück zur Schulnormalität!