Forsteralm und Königsberg: Zwei Skigebiete nun vereint. Forsteralm und Königsberg unter einem Dach. Herbert Zebenholzer übernimmt Geschäftsführung.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 30. September 2020 (06:05)
Trotz Sanierungsverfahren und Covid-19 ist die Skisaison 2020/21 auf der Forsteralm gesichert. Nur das Wetter könnte dem Skivergnügen noch einen Strich durch die Rechnung machen.
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Von einem „Freudentag“ sprach der oberösterreichische Nationalratsabgeordnete Johann Singer am vergangenen Freitag auf der Forsteralm. Gemeinsam mit seinem niederösterreichischen ÖVP-Kollegen Andreas Hanger präsentierte er, wie es mit dem Skigebiet an der Grenze von Ober- und Niederösterreich weitergehen wird.

Die Bürgermeister und Gesellschafter der Ennstal-Ybbstal Infrastruktur GmbH stellten den Zusammenschluss vor: Johann Lueger (Opponitz), Werner Krammer (Waidhofen), Gerhard Lueger (Ybbsitz), Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger, Josef Pöchhacker (St. Georgen/Reith), Geschäftsführer Herbert Zebenholzer, Nationalratsabgeordneter Johann Singer, Martin Haider (Maria Neustift), Manuela Zebenholzer (Hollenstein), Günther Großauer (Großraming), Bürgermeister a.D. Leopold Bürscher (Großraming), Günther Kellnreitner (Gaflenz) und Gerhard Klaffner (Weyer) (von links).
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„Die Forsteralm ist ein Familienskigebiet, das ganz wichtig ist, um das Skifahren zu erlernen, nicht nur für das Ybbs- und das Ennstal, sondern auch weit darüber hinaus“, sagte Singer. „Mit Unterstützung des Landes Oberösterreich ist es uns möglich weiterzumachen.“ Der Erhalt der Forsteralm habe sowohl einen emotionalen als auch einen wirtschaftlichen Aspekt, ergänzte Hanger. „Da hängt eine enorme Umwegrentabilität dran.“

Zur Erinnerung: Nach einem schneearmen Winter in der Saison 2019/20 war das Skigebiet in eine finanzielle Schieflage geraten und musste im Frühjahr Insolvenz anmelden. Über die Betriebs GmbH wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet.

Der Ybbsitzer VP-Nationalratsabgeordnete Andreas Hanger übernahm interimistisch die Geschäftsführung. Mitte Juli konnte das Sanierungsverfahren dann positiv abgeschlossen werden. Um den Fortbestand des Skigebiets zu sichern, sicherte das Land Oberösterreich finanzielle Mittel in der Höhe von 200.000 Euro zu.

Die Ennstal-Ybbstal Infrastruktur GmbH, die im Eigentum von sieben Ennstaler und fünf Ybbstaler Gemeinden ist und die vom Sanierungsverfahren nicht betroffen war, übernahm zusätzlich zu den Liftanlagen auf der Forsteralm um 170.000 Euro das gesamte Anlagevermögen der Betriebs GmbH, die so schuldenfrei gemacht wurde. Das restliche Geld des Landes OÖ wurde dazu verwendet, den desolaten Speicherteich zu sanieren. In etwa einer Woche soll er voll sein, dann ist eine Beschneiung möglich.

Skilifte sind im Besitz der öffentlichen Hand

Für die Zukunft stellt man sich nun auf der Forsteralm ganz neu auf. So wird man künftig gemeinsam mit dem Skigebiet Königsberg unter einem Dach operieren. Dazu hat die Ennstal-Ybbstal Infrastruktur GmbH das gesamte Anlagevermögen von Forsteralm und Königsberg übernommen. Liftanlagen und Gerätschaften beider Skigebiete sind somit im Besitz der öffentlichen Hand. Den operativen Betrieb übernimmt die neu gegründete Forsteralm-Königsberg Betriebs GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der In

frastruktur GmbH. Die Geschäftsführung übernimmt Herbert Zebenholzer. Dieser betreibt sei 2012 die Königsberglifte in Hollenstein und seit vier Jahren den dortigen Bike-Park. Zudem ist er Geschäftsführer des Tourismus-Verbundes Ybbstaler Alpen. „Ein Skigebiet braucht ein professionelles Management“, hielt Hanger bei der Vorstellung am Freitag fest. „Diese Kooperation ist Ausdruck der guten Zusammenarbeit zwischen Ober- und Niederösterreich.“

Mit dem neuen Konstrukt möchte man Synergien beim Betrieb, beim Marketing und beim Personal nutzen und beide Ausflugsziele im Verbund mit den Ybbstaler Alpen und in Kooperation mit OÖ Tourismus weiterentwickeln.

Zebenholzer präsentierte im Folgenden ein Betriebskonzept für beide Skigebiete, mit welchem auch schwierige Winter bewerkstelligt werden sollen. Zwei schlechte Winter wurden darin in den nächsten fünf Jahren berücksichtigt.

Sollte sich die Schneesituation in den nächsten Wintern weiter verschlechtern, so stehe auch ein Rückbau mancher Liftanlagen im Raum, hielt der Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft fest. „Es kann durchaus sein, dass längerfristig nur mehr jene Lifte in Betrieb sind, wo es eine schlagkräftige Beschneiung gibt.“ So steht am Königsberg etwa der Rückbau des 3er-Liftes im Raum.

Für künftige Winter möchte man neue Konzepte im Bereich Skitouren und Schneeschuhwanderungen entwickeln, für eine Sommernutzung gelte es, eigene Überlegungen anzustellen. Während man am Königsberg weiter auf den Bike-Park setzt, soll für die Forsteralm in Abstimmung mit der Infrastruktur GmbH und den umliegenden Tourismusverbänden ein Sommerkonzept als LEADER-Projekt entwickelt werden.

Eine Saisonkarte für zwei Skigebiete

In die Wintersaison 2020/2021 wird man auf der Forsteralm und am Königsberg mit einer Saisonkarte für beide Skigebiete starten. Der Flutlichtbetrieb auf der Forsteralm soll weitergehen. 30.000 Eintritte seien notwendig für eine erfolgreiche Saison, hielt Hanger fest. Mit rund 40 Mitarbeitern in beiden Skigebieten sei man außerdem ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Die Covid-19-Vorgaben für den Wintertourismus werde man sowohl im Lift- als auch im Restaurantbereich bei beiden Skigebieten selbstverständlich erfüllen, sagte Zebenholzer. Der Fokus liege überall auf dem Skifahren. Eine Schal- bzw. Maskenpflicht sei wahrscheinlich.