Waidhofner gingen gegen die Müllberge auf die Straße. Rund 120 Personen gingen am Samstag für das Klima auf die Straße.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 14. August 2019 (04:16)

„Hey ho, d’Wöd steht nimma laung, weil ma so vü Kraffi daunihaun. Kafts ned so vü Klumpert“ – mit diesen Songzeilen zogen rund 120 Klimaaktivisten am Samstag wieder durch Waidhofen, um für eine nachhaltige, effektive Klimapolitik zu demonstrieren. Zentrale Forderung des fünften Waidhofner Klimaprotestes war es, Pfandsysteme wieder gesetzlich einzuführen, um dem Steigen der Müllberge Einhalt zu gebieten.

Anger stellte Kreislaufwirtschaft vor

„Österreich hat in diesem Bereich im internationalen Vergleich schon einiges erreicht“, sagte Franz Kößl. Dennoch sei es wichtig, sich nicht mit plakativen Einzelmaßnahmen zufriedenzugeben. „Unsere Aufgaben in diesem Bereich liegen sehr stark auf der persönlichen und der regionalen Ebene, aber Maßnahmen der Politik spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle“, sagte Kößl.

Verena Anger stellte das Konzept der Kreislaufwirtschaft, das bei ihrem Arbeitgeber, der Druckerei Gugler in Melk, gelebt wird, vor. „Wir versuchen, alles in Kreisläufen zu denken“, sagte Anger. „Unsere Druckprodukte werden an den ökologischen Kreislauf angepasst und alle Inhaltsstoffe werden geprüft.“

Um dem Prinzip der ökologischen Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen, ließ sich die Firma „Cradle to Cradle“ (zu Deutsch: „von der Wiege zur Wiege“) zertifizieren, ihre Druckprodukte sind zu 100 Prozent klimapositiv und wiederverwertbar. „Unternehmen kommt im Hinblick auf die Müllwirtschaft eine große Rolle zu“, sagte Anger.

Blitzlichter von Klimaaktivisten

Im Rahmen des fünften Klimaprotestes kamen mit Marianne Schallauer, Zoltan Abfalter und Willi Junker drei Klimaaktivisten zu Wort, die bei jeder der bisherigen Demonstrationen dabei waren. „Ich bin beeindruckt von den vielen jungen Menschen, die hier Monat für Monat für eine nachhaltigere Klimapolitik einstehen“, sagte Abfalter.

„Klimaschutz sollte aber nicht nur eine Aufgabe der jungen Menschen sein, auch meine Generation sollte sich dafür einsetzen. Wir sollen die Welt so weitergeben, wie wir sie von unseren Eltern erhalten haben.“ Auch Willi Junker und Marianne Schallauer plädierten für ein gesellschaftliches Umdenken: „Man muss Leute dazu motivieren, das Rad oder den öffentlichen Verkehr häufiger zu nutzen. Dazu muss man aber Radwege ausbauen und die öffentlichen Verkehrsmittel endlich attraktiver gestalten“, sagte Schallauer. „Diese Welt ist mit dem derzeitigen Wirtschaftssystem zum Sterben verurteilt. Wir hoffen, dass sich das System bald ändert und dass der Übergang halbwegs sanft ist“, sagte Junker.

Um exakt fünf vor zwölf Uhr wurde wieder – mittlerweile bereits eine Tradition bei den Klimaprotesten – das Lied „Fünf Minuten vor Zwölf“ von Udo Jürgens gespielt und jener Personen gedacht, die durch den Klimawandel bereits vieles verloren haben. „Wir merken den Klimawandel: Wir haben weniger Schnee und Hitze im Sommer“, sagte Michaela Steinkellner. „Viele Menschen haben durch den Klimawandel aber bereits ihre gesamte Existenz verloren. Diesen wollen wir auf diesem Weg unsere Solidarität bekunden.“