Wohnen in Gemeinschaft als Projekt in Waidhofen. Verein GeWoZu arbeitet derzeit an konkreten Plänen für gemeinschaftliches Wohnprojekt in der Sergius-Pauser-Straße. Im Herbst soll fertiger Entwurf vorliegen.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 14. August 2019 (05:09)
GeWoZu
Auch andere Wohnprojekte werden vom Verein GeWoZu immer wieder besucht. Ein Teil des Vereins – darunter auch Obmann Jakob Anger (r.) – besuchte etwa vor Kurzem das Wohnprojekt BROT in Pressbaum.

„Gemeinschaftlich Wohnen – die Zukunft“, kurz GeWoZu, heißt ein gemeinschaftliches Wohnprojekt, das eine Gruppe Waidhofner rund um Vereinsobmann Jakob Anger im November 2017 ins Leben gerufen hat. Derzeit tüftelt der Verein intensiv daran, wie das gemeinsame Haus, das auf der Zell entstehen soll, aussehen soll. „Ein konkreter Entwurf soll im Herbst vorliegen“, sagt Jakob Anger.

„Unser Ziel ist es, eine perfekte soziale Durchmischung zu erreichen“ Vereinsobmann Jakob Anger

Fest steht bereits, dass im Haus zwölf Parteien (plus/minus eine Partei) entstehen sollen. „Wir planen hier vollwertige Wohnungen, die aber bewusst klein gehalten werden, und größere Gemeinschaftsflächen, wo gemeinsam gekocht, gegessen, geredet oder gespielt werden kann“, sagt Anger. Das Verhältnis von Gemeinschafts- zu Wohnfläche soll dabei rund 50:50 sein. „Wichtig sind uns die Gemeinschaft und das Teilen“, erklärt Anger. „Aber natürlich ist es auch möglich, sich jederzeit in die eigenen vier Wände zurückzuziehen.“

Von den etwa zwölf geplanten Wohneinheiten sind bereits acht vergeben. „Mit dabei sind junge Familien, aber auch alleinstehende Personen oder eine alleinerziehende Mutter“, sagt Anger. „Unser Ziel ist es, eine perfekte soziale Durchmischung zu erreichen – jeder, egal welches Alter, kann bei uns einziehen. Wir wollen Wohnraum für Menschen in verschiedenen Lebensphasen bieten.“

Einzige Voraussetzung ist, dass man die Ideale des Vereins teilt. „Ein ökologischer Lebensstil ist uns sehr wichtig“, sagt der Vereinsobmann. „Wir wollen in unserem Haushalt dann zum Beispiel nicht 15 Bohrmaschinen haben, sondern nur eine, die wir uns teilen. Auch das Auto wollen wir teilen. Ziel ist es, so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen.“ Und auch auf nachbarschaftliche Hilfe wird großer Wert gelegt. „Wir wollen füreinander da sein, wenn jemand Unterstützung braucht – etwa bei der Kinderbetreuung, im Haushalt oder beim Einkaufen“, erklärt Anger.

Auch Planung in Gemeinschaft

Um zu schauen, ob jemand zur Wohngruppe passt, werden Aufnahmegespräche durchgeführt. Gemeinsam wird das Grundstück besichtigt und Interessenten können an den Arbeitsgruppen teilnehmen und ihre Ideen einbringen.

Die Gemeinschaft zählt beim Verein von Anfang an: Auch bei der Planung werden alle Mitglieder miteingebunden. „Alle, die wollen, können ihre individuellen Wünsche einbringen“, sagt Anger. Alle drei bis sechs Monate treffen sich die Vereinsmitglieder, um im Plenum ihre Vorstellungen zu besprechen und um am Projekt zu tüfteln. Einzelne Planungsgruppen, wie zum Beispiel zurzeit die Architekturgruppe, treffen sich noch häufiger.

Das 2.622 Quadratmeter große Grundstück in der Sergius-Pauser-Straße wurde vom Verein bereits angekauft, der Baubeginn ist für Anfang des kommenden Jahres geplant. „Natürlich ist es von Vorteil, wenn man jetzt bereits bei der Planung dabei ist“, sagt Anger. „Aber es ist auch jederzeit später möglich, zu uns zu ziehen.“

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