Milde Krankheitsverläufe am PFZ Waidhofen. Neun Bewohner einer Wohngruppe und zehn Mitarbeiter im Pflege- und Förderzentrum in der Weyrer Straße an Covid-19 erkrankt. Zwei erkrankt Mitarbeiter bereits wieder genesen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 25. November 2020 (14:45)
Neun Bewohner einer Wohngruppe sind am Pflege- und Förderzentrum Waidhofen in der Weyrer Straße aktuell an Covid-19 erkrankt.
NÖN/Hochpöchler

Acht Monate lang wurde keine Coronainfektion aus dem Pflege- und Förderzentrum Waidhofen (PFZ) in der Weyrer Straße gemeldet. Seit Mitte November sind nun neun Bewohner einer Wohngruppe und zehn Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt. Acht davon waren in der betroffenen Wohngruppe tätig. Zwei der erkrankten Mitarbeiter sind mittlerweile aber bereits wieder genesen.

Direktorin Sonja Kirchweger berichtet von herausfordernden Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter des PFZ Waidhofen.
NÖN/Hochpöchler

„Zum Glück haben alle Bewohner und auch alle Mitarbeitenden einen milden Verlauf der Erkrankung, niemand musste im Krankenhaus behandelt werden“, berichtet Direktorin Sonja Kirchweger. „Mittlerweile klingen bei den Bewohnern die Symptome ab und der erste Mitarbeiter hat seinen Dienst nach seiner Erkrankung in dieser Wohngruppe wieder aufgenommen. Meine große Bewunderung gilt meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die täglich mit großem Engagement unsere erkrankten Bewohner betreuen.“ Ihren Dank möchte die Direktorin auch an die Hygienefachkraft des Landesklinikums Waidhofen richten, die bei der Bewältigung dieser Aufgabe am PFZ unterstützend zur Seite steht.

Um den Dienst in der von Covid-19 betroffenen Wohngruppe sicherstellen zu können, hat die Pflegedirektion des Landesklinikums Mauer zwei Mitarbeiter zur Unterstützung für das PFZ Waidhofen zur Verfügung gestellt. Weiters sind eine Heimhelferin des Pflege- und Betreuungszentrums Waidhofen (PBZ) und eine pensionierte Mitarbeiterin desselben unterstützend im Einsatz. Auch bei ihnen möchte sich Kirchweger herzlich bedanken.

Schutzausrüstung in betroffener Wohngruppe

Für die isolierte Wohngruppe am PFZ wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. „Im Mittelpunkt steht dabei, den Virus einzudämmen und Neuinfektionen so weit als möglich zu vermeiden“, führt die Direktorin aus. „Dies bedeutet für den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden, dass sie während ihrer gesamten Dienstzeit in Schutzausrüstung tätig sind.“

Baretthaube, Schutzbrille, ein Schutzvisier, eine FFP2-Maske, ein Schutzoverall und Handschuhe gehören für die Betreuer der betroffenen Wohngruppe daher seit mehr als einer Woche zum Arbeitsalltag. In der Pause und zum Mittagessen können die Betreuer die Wohngruppe verlassen und ihre Schutzausrüstung ablegen. „Die Arbeitsbedingungen sind damit für jeden Einzelnen sehr belastend“, sagt Kirchweger. „Nach der morgendlichen Körperpflege der Bewohner sind unter dem Schutzoverall 40 Grad zu messen. Dennoch herrscht weiterhin das Credo unter den Mitarbeitenden: Gemeinsam schaffen wir das!“

Keinen aktiven Covid-Fall gibt es derzeit am Pflege- und Betreuungszentrum Waidhofen im Vogelsang.
NÖN/Kössl

Kein Fall derzeit im PBZ Waidhofen

Im Pflege- und Betreuungszentrum Waidhofen (PBZ) im Volgelsang gibt es derzeit keine Infektion. Bislang waren hier ab Oktober ein Kurzzeitpflegegast sowie insgesamt sieben Mitarbeiter und drei Zivildiener an Covid-19 erkrankt. Mittlerweile sind alle Betroffenen wieder genesen. „Auch hier bin ich voll Bewunderung für den täglichen Einsatz meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,“ sagt Kirchweger, die auch das PBZ als Direktorin leitet. „In der derzeitigen Situation ist große Flexibilität von allen Mitarbeitenden verlangt, da immer wieder Erkrankungen oder Verdachtsfälle im familiären Umfeld auftreten und damit Mitarbeitende oft kurzfristig ihren Dienst nicht antreten können.“

Die Zeit sei für alle sehr herausfordernd, stellt die Direktorin fest. Gemeinsam sei man aber bemüht, das Beste für die Bewohnerinnen und Bewohner beider Waidhofner Pflegezentren zu leisten. „Der Schutz für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und für unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht dabei im Vordergrund. Ich möchte an dieser Stelle auch alle Besucherinnen und Besucher bitten, uns dabei weiterhin gut zu unterstützen.“