Ybbstaler nutzen E-Mobilität. Elektroautos werden sowohl bei Privaten als auch bei Unternehmen mehr. Händler sehen Markt unterschiedlich.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 17. Juli 2019 (03:13)
Kössl
Der Ybbsitzer Unternehmer Thomas Knapp schwört auf Elektromobilität. Mittlerweile finden sich in seiner IT-Management & Coaching GmbH (IMC) schon vier Elektroautos im Fuhrpark. Um sie mit Sprit zu versorgen, gibt es am Firmengelände eine Ladesäule.

Über 7.000 Elektro-autos sind mittlerweile in ganz Niederösterreich unterwegs – Tendenz steigend. Waren Ende 2018 im Bezirk Amstetten noch 420 E-Autos für den Verkehr zugelassen, sind es mit Anfang Juni dieses Jahres bereits 481. In der Stadt Waidhofen stieg die Zahl im selben Zeitraum von 30 auf 34 an.

Die Nachfrage und der Absatz von Elektroautos sei in den letzten Jahren stark gestiegen, berichtet Verkaufsleiter Alexander Riess vom Autohaus Senker in Waidhofen. Bei Unternehmern erfreue sich besonders der e-Golf großer Beliebtheit. „Zurzeit wartet alles auf die neue Generation der e-Modelle von VW“, sagt Riess.

Reichweite bis zu 550 Kilometer

„Der ID3, der Mitte nächsten Jahres auf den Markt kommt, wird eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern haben.“ Eine Reichweite von 250 Kilometern werde der neue Kleinwagen e-up, der noch für heuer erwartet werde, haben, sagt Riess. Mit einem Preis ab 19.000 Euro werde dieses Auto auch für Private höchst interessant werden.

Elektroautos hält der Senker-Verlaufsleiter für einen Zukunftsmarkt. „Die Elektromobilität wird das dritte Standbein in der Motorentechnologie werden“, ist sich Riess sicher. „Das heißt jetzt nicht, dass Diesel- und Benzinautos nicht mehr verkauft werden, aber E-Autos werden speziell im Kurzstreckenbereich ihren Platz finden.“

„Das Elektroauto ist effizienter und ressourcenschonender und somit in Summe umweltfreundlicher.“Gunnar Scholz, Waidhofen

Eher schleppend läuft der Verkauf von Elektroautos hingegen beim Autohaus Ortner in Kematen. „Informationen über E-Autos werden zwar laufend eingeholt, es wird aber dann doch noch abgewartet, bis eine bessere Kilometerleistung erzielt wird“, sagt Doris Ortner. „Auch der Preis spielt eine Rolle.“

Vier Elektroautos im IMC-Fuhrpark

Einer der Ersten, die im Unternehmen auf E-Mobilität setzten, war der Ybbsitzer Thomas Knapp. Bereits Anfang 2016 ersetzte er zwei in die Jahre gekommene Dieselfahrzeuge seiner IT-Management & Coaching GmbH (IMC) durch zwei e-Golfs. „Nachhaltigkeit war uns stets ein großes Anliegen“, sagt Knapp. „Da wir viele Kunden im Nahbereich haben, war die Anschaffung von Elektroautos für uns naheliegend.“

Mancher im Team sei am Anfang zwar etwas skeptisch gewesen, gibt Knapp zu. Schließlich schaffen die beiden Fahrzeuge der ersten e-Golf-Generation nur eine Reichweite zwischen 100 und 150 Kilometern. „Das war am Anfang natürlich eine Herausforderung. Die Mitarbeiter haben aber gelernt, dass es mit ein bisschen Planung durchaus möglich ist, die Wege im Nahbereich mit den E-Autos zurückzulegen“, sagt Knapp.

Ende des Vorjahres hat der Unternehmer nun zwei weitere e-Golfs angeschafft. Diese haben bereits eine Reichweite von 200 Kilometern.

"Ich schwöre auf Elektromobilität"

Die Ladeinfrastruktur in der Region habe sich gut entwickelt, meint Knapp. So wurde erst kürzlich auf sein Betreiben hin zwischen den beiden Waidhofner Tunneln eine Schnellladestation in Betrieb genommen.

Ganz ohne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor geht es bei IMC aber noch nicht. Ein Mitarbeiter ist nämlich viel zwischen Wien und Salzburg unterwegs und auch, um vom Firmenstandort aus schnell größere Reichweiten bedienen zu können, hat man noch zwei Dieselfahrzeuge im Fuhrpark.

Seine Elektroautos möchte Knapp jedoch nicht mehr hergeben. „Ich schwöre auf Elektromobilität“, sagt er. „Der Hauptgrund für die Anschaffung war ökologischer Natur. Aber auch aus kaufmännischer Sicht machen E-Fahrzeuge aufgrund von Förderungen, Vorsteuerabzug, Sachbezugsbefreiung sowie geringerer Wartungs- und Energiekosten Sinn.“

Schnell-Ladestation in Zentrum gewünscht

Auf Elektromobilität schwört auch der Waidhofner Gunnar Scholz. Mit seinem Tesla kann er 500 Kilometer mit einer Aufladung zurücklegen. „Das Elektroauto ist effizienter und ressourcenschonender und somit in Summe umweltfreundlicher“, sagt Scholz. „Außerdem ist es im laufenden Betrieb unschlagbar günstig.“

Mit der Ladeinfrastruktur in der Region ist Scholz grundsätzlich zufrieden. Verbesserungspotenzial sieht er dennoch. „Die Schnellladetankstelle beim Tunnelportal ist zwar schön, leider handelt es sich dabei um keine aktuelle Generation. Ich würde mir in der Waidhofner Innenstadt zumindest eine – besser gleich zwei – neue Schnellladestationen wünschen.“

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