Abschied vom Schützenlokal nach 130 Jahren. Mit Ende des Jahres verlässt der Hollensteiner Verein Schützenlokal beim Gasthaus Staudach.

Von Markus Huebmer. Erstellt am 11. August 2019 (03:34)
Schützengilde
Die Schützengilde übersiedelt in ihr Ausweichquartier. „Im Gasthaus Osterberger dürfen wir die Schützenscheiben lagern“, sagt Karl Landl. Die Schützenscheibe am Bild stammt aus 1886.

Die Schützengilde Hollenstein steht vor neuen Herausforderungen: „Derzeit ist der Verein auf der Suche nach einem neuen Schützenlokal“, sagt Oberschützenmeister Karl Landl. Seit diesem Jahr ist Zukunft des Sommerschießbetriebs beim Gasthof Staudach unsicher, da die Eigentümerin den Pachtvertrag gekündigt hat. Es hätte Beschwerden von Gästen im Restaurant gegeben, berichtet Karl Landl.

Eigentümerin Helga Zedka führt seit Jahrzehnten den Familienbetrieb Staudach mit gutbürgerlicher Küche und Zimmervermietung. Vor Kurzem wurde nun der Campingplatz beim Betrieb erweitert, nun können Urlauber auch ihre Wohnmobile hier abstellen.

Dass sich nun zeitgleich mit der neuen Ausrichtung des touristischen Betriebes die Schützen von ihrem altehrwürdigen Platz verabschieden müssen, bedauert Landl. „Es hat immer alles gepasst. Der Pacht wurde immer pünktlich bezahlt“, betont er. Das Verhältnis zwischen Verein und der Wirtin sei immer gut gewesen.

„Ich bin mit der Schützengesellschaft hier im Haus aufgewachsen und es bestand immer ein freundschaftliches Verhältnis“Wirtin Helga Zedka

Auch Wirtin Helga Zedka bestätigt das gute Verhältnis zwischen Verein und Betrieb. „Ich bin mit der Schützengesellschaft hier im Haus aufgewachsen und es bestand immer ein freundschaftliches Verhältnis“, sagt sie. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Leider sind heute der Tourismus und der Schützensport nicht mehr nebeneinander führbar.“

Über 130 Jahre herrschte im Haus Staudach, zuerst bei der damaligen Kegelbahn, dann im Salettl, ein reger Schützenbetrieb. Mehrere Dutzend Schützenscheiben – Andenken an die lange Geschichte des Vereins – zierten bis zuletzt das Schützenlokal, das 1912 in Betrieb ging. „Die Schützenscheiben wurden bereits abgenommen“, sagt Landl. Nun befinden sich diese historischen Schätze im Ausweichquartier am Dorfplatz im Gasthaus Osterberger. „Im Gasthaus zur Traube halten wir unser Zimmergewehrschießen ab“, sagt Karl Landl.

Die Suche nach einer neuen Anlage ist bislang, trotz intensiven Bestrebens und vielen Gesprächen, ergebnislos geblieben. Weitere Gespräche seien am Laufen, sagt Landl. Die Schützen möchten den Abschied feierlich gestalten. „Der Vorstand hat beschlossen, dass wir am 21. und 22. September unsere letzte Kleinkaliber-Meisterschaft beim Gasthaus Staudach abhalten“, sagt Landl.