„Cheertigers“: Mehr als nur Pompons. 2014 gründete Samantha Rosenberger (23) die „Cheertigers“. Mittlerweile zählt man knapp 30 Mitglieder.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 04. August 2019 (04:50)
Cheertigers
Imposante Hebefiguren zeigten die Cheerleader aus Sonntagberg beim Storm Cup in Unterhaching (München). Die Jury war davon begeistert.

Junge Mädchen mit bunten Pompons und Faltenröcken, die meist ein Lächeln auf den Lippen haben und kurze Showeinlagen liefern, um Sportteams anzufeuern – so kennen Liebhaber amerikanischer TV-Serien Cheerleader. Dass Cheerleading aber viel mehr ist, zeigen die „Cheertigers“ aus der Gemeinde Sonntagberg.

„Cheerleading vereint Akrobatik mit Tanz“, erklärt die 23-jährige Coachin Samantha Rosenberger. „Wir haben viele Elemente aus dem Bodenturnen, kombiniert mit verschiedenen Tanzrichtungen wie Jazz, Hip Hop und Freestyle. Außerdem gibt es im Cheerleading Hebefiguren, wo es einen sogenannten ‚Flyer‘ gibt, der von den anderen geworfen wird.“

Verein 2014 mithilfe der Familie gegründet

Gegründet wurde der Cheerleader-Verein – übrigens der einzige seiner Art im Ybbstal – von Samantha Rosenberger. „Ich bin selbst seit meinem 14. Lebensjahr begeisterte Cheerleaderin. Ich musste damals aber immer nach St. Pölten pendeln, weil es bei uns keinen derartigen Verein gab“, erzählt die Sonntagbergerin. Daher fasste sie im Februar 2014 den Entschluss, selbst ein Cheerleading-Team auf die Beine zu stellen, um ihre Liebe zu diesem Sport weiterzugeben. Da Rosenberger damals noch minderjährig war, halfen ihr ihre Eltern, Erich und Sieglinde Maunz, tatkräftig dabei, den Verein aus der Taufe zu heben. Und beide Eltern sind auch heute noch im Vereinsvorstand tätig: Vater Erich ist Schriftführer der „Cheertigers“, Mutter Sieglinde Kassierin. Samantha Rosenberger selbst ist Vereinsobfrau und Coachin.

Was als eine Art Familienprojekt begann – auch Samantha Rosenbergers Neffen sind von Beginn an aktive Vereinsmitglieder –, wuchs schnell zu einem großen engagierten und erfolgreichen Team heran. Knapp 30 Cheerleader kann man mittlerweile im Verein zählen, die aus der gesamten Umgebung kommen. „Wir haben Mitglieder aus Sonntagberg, aber auch aus Grein, Weyer oder Amstetten“, sagt Rosenberger.

Lisa Hofbauer
Samantha Rosenberger (2.v.r.) kann bei der Leitung der „Cheertigers“ auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Eltern Erich und Sieglinde Maunz sowie ihres Neffen Raphael Maunz (v.l.) zählen.

Gemeinsam konnten die jungen Akrobaten und Tänzer schon viele ansehnliche Erfolge bei Meisterschaften in Deutschland und in Österreich erzielen: So regnete es alleine beim Storm Cup 2019 in Unterhaching (München) zehn Preise, bei den Vienna Classics im Mai insgesamt vier erste und zwei zweite Plätze sowie jeweils einen dritten und einen vierten Platz.

Von nichts kommt aber bekanntlich nichts: Um solche Erfolge vorweisen zu können, proben die „Cheertigers“ zweimal wöchentlich im Turnsaal der Volksschule Böhlerwerk, im Sommer wird einmal pro Woche am Sportplatz Rosenau geprobt. „Im April 2020 wollen wir wieder zum Storm Cup fahren, da beginnen wir bereits im September mit den Proben“, erzählt Rosenberger.

Choreografien aus eigener Feder

Aber nicht nur bei Meisterschaften, auch bei diversen Veranstaltungen in der Umgebung treten die „Cheertigers“ auf. So feuerten sie etwa die Footballer in Amstetten mit einigen Showeinlagen an, bereicherten aber auch das Marktfest in Rosenau mit ihren schwungvollen Choreografien. Diese stammen großteils von Samantha Rosenberger selbst. „Ich schaue Videos und stoße dabei immer wieder auf neue Ideen, die wir dann gemeinsam umsetzen“, sagt Rosenberger. Auch die Musik für die Auftritte mixt die 23-jährige Kindergartenhelferin selbst zusammen. „Wenn ich die Musik habe, fällt mir meistens dann bald etwas Passendes dazu ein“, lacht sie.

Erhalten wird der Verein fast ausschließlich aus Eigenmitteln seiner Mitglieder und durch die Einnahmen bei verschiedenen Verkaufsständen, die man im Laufe des Jahres organisiert. „Leider kostet alleine die Teilnahme an Meisterschaften einiges an Geld – und verdienen tut man in Europa damit nichts“, sagt Erich Maunz. Um sich weiterhin die Teilnahme an Bewerben leisten zu können, ist man derzeit auf der Suche nach Sponsoren. „Jeder noch so kleine Beitrag hilft“, sagt Maunz.

Auch die Suche nach neuen Mitgliedern läuft bei den „Tigers“ derzeit auf Hochtouren. „Sowohl Burschen als auch Mädels können jederzeit bei uns mitmachen“, sagt Erich Maunz. „Fitness, Geschlecht und Figur spielen keine Rolle – bei uns ist jeder willkommen und wir finden für jeden eine Aufgabe.“ Auch im Hinblick auf das Alter gibt es bei den „Cheertigers“ kaum eine Beschränkung – jeder ab sechs Jahren kann Mitglied werden. „Unser jüngstes Mitglied ist sechs Jahre alt, unser ältestes 33“, sagt Samantha Rosenberger. „Wer Interesse hat, kann jederzeit zum Schnuppern kommen.“