Klimaprotest: Nochmal für das Klima. Über 150 Aktivisten ließen am Samstag das Demo-Jahr Revue passieren.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 11. März 2020 (03:48)

„Hört ihr Leute, lasst euch sagen, die Klima-Uhr wird zwölf bald schlagen. Zwölf berührt das Ziel der Zeit, handeln wir jetzt, dass es dann nicht reut. Einen wirksamen Klimafahrplan für alle, sonst tappen wir in die Hitzefalle.“ Äquivalent zur alten Tradition der Nachtwächter, die am Stadtturm über Waidhofen wachten und von dort drohende Gefahr verkündeten, verlautbarten die Klimademonstranten am Samstag beim letzten Klimaprotest ihre Kundgebungen vor dem Stadtturm.

Um die Gefahr der drohenden Klimakatastrophe zu verkünden, hatte Hermann Wagner das alte Lied der Nachtwächter in ein Klimalied umgedichtet, die Organisation Greenpeace montierte ein großes Transparent mit der Aufschrift „Wirksamer Klimafahrplan für alle“ am Stadtturm.

Zwölf Monate, zwölf Forderungen, zwölf Proteste – all das ließen mehr als 150 Aktivisten am Samstag noch einmal Revue passieren. Im April 2019 fand die erste Klimademo statt, im März 2020 die zwölfte und vorerst letzte. Während die Demonstranten durch die Mühlstraße und über den Unteren Stadtplatz zogen, wiederholten sie die Klimaforderungen, die sie vor rund einem Jahr aufgestellt haben. Zentrale Aussage dabei: „Schiebt den Klimaschutz nicht länger auf die lange Bank, sondern handelt endlich!“

„Unsere Welt steht in Flammen und die Politik löscht sie nicht einmal mit einem Gartenschlauch, sondern mit einer Gießkanne.“ Raphael Kößl

In diese Kerbe schlug auch Franz Kößl in seiner Kundgebung: „Es muss endlich an den großen Hebeln gedreht werden, um etwas zu verändern“, sagte er. „Wir müssen die Kehrtwende schaffen, daher wecken wir sie auf, die Mutlosen, die Ignoranten, die Schönredner und die Beschwichtiger.“

Raphael Kößl wies auf das Problem des noch immer steigenden Flugverkehrs hin. Jeden Tag würden allein am Flughafen Wien mehr als 85.000 Leute aus einem Flieger aus- oder in einen Flieger einsteigen. „Die Flugsteuer ist nur Schall und Rauch, bisherige Maßnahmen sind zu wenig. Die Welt steht in Flammen und die Politik löscht sie nicht einmal mit einem Gartenschlauch, sondern mit einer Gießkanne“, sagte Kößl. „Es gibt kein Menschenrecht auf Billigflüge, sehr wohl aber auf eine lebenswerte Umwelt.“

„Das letzte Jahr war für uns ständig ein Wanken zwischen Hoffnung und Frust“, sagten die beiden Klimaaktivisten Peter und Barbara Harlacher. „Hoffnung, weil in der Politik endlich Maßnahmen gesetzt wurden, Frust, weil die Umsetzung viel zu langsam geht.“ Und auch Protest-Organisatorin Elisabeth Austaller meinte: „Wir sind derzeit in Österreich auch von einem nur mittelmäßigen Bestreben weit entfernt. Die politischen Eliten sind zum Verzweifeln träge – daher müssen wir unseren Druck noch weiter steigern.“

Und genau aus diesem Grund will man auch in Zukunft nicht ruhen: Am Samstag, 9. Mai, 15 Uhr, findet erneut eine Klimakonferenz statt, bei der man weitere Pläne fassen will.