Sommertheater: Das Risiko wäre zu groß!. In der Vorstandssitzung fiel am Gründonnerstag die Entscheidung, die Schlosshofspiele abzusagen.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 08. April 2021 (04:33)
Die Volksbühne sagt ihre Produktion der Schlosshofspiele schon jetzt ab. Bei den Proben wäre das gesundheitliche Risiko für die Schauspieler zu groß, sagt Obmann Alexander Riess. (Am Bild bei der Premiere der Schlosshofspiele 2016)
Lugmayr, Lugmayr

Der Vorstand der Waidhofner Volksbühne fällte am Gründonnerstagabend die Entscheidung, schon jetzt die Sommerproduktion der Schlosshofspiele abzusagen. „Wir haben alle Möglichkeiten und Varianten durchgedacht, die Risiken gegenüber den Chancen abgewogen und sämtliche Eventualitäten ins Kalkül gezogen“, berichtet Volksbühne-Obmann Alexander Riess von der Sitzung. „Die Entscheidung war aber klar: Wir beginnen erst gar nicht mit konkreten Vorbereitungen“, sagt Riess.

Denn letztendlich seien die Risiken zu groß gewesen. „Auch wenn im Sommer, was wir alle hoffen, die Epidemie vielleicht schon soweit abgeklungen wäre, dass wir spielen könnten, so bestünde doch bereits während der Probenarbeiten die Gefahr, dass das Virus ins Team hereingetragen würde und Einzelne oder eine ganze Gruppe infiziert würden“, sagt Riess.

Man hat auch durchgedacht, ein Stück mit wenigen Darstellern zu wählen und alle Rollen doppelt zu besetzen, sozusagen das gesamte Stück in zwei Besetzungen unabhängig voneinander vorzubereiten, um im Fall einer Erkrankung ein gesamtes Team B auf die Bühne zu bringen. „Dennoch wäre das Risiko für die Schauspieler zu hoch gewesen“, sagt Riess.

Überlegungen, dass eine von außen ins Schauspielerteam hineingetragenen Infektion die Gruppe möglicherweise gemeinsam in Krankheit oder Quarantäne schicken könnte, waren ausschlaggebend für die Absage des Sommerstücks. „Doch aufgeschoben ist nicht abgesagt“, versichert Riess.

Der Plan wäre gewesen, ein Boulevardstück zu inszenieren, um Heiterkeit in die Post-Corona-Stimmung der Bevölkerung zu bringen. Bezüglich des Stückes selbst hält sich Riess bedeckt, „um das in Augenschein genommene Stück als Überraschung im Sommer 2022 präsentieren zu können.“

Geplante Investitionen werden verschoben

Die finanzielle Lage der Volksbühne ist indes nicht erfreulich aber keineswegs besorgniserregend. Geplante Investitionen in die Bühnentechnik werden aufgeschoben, bis bessere Theaterzeiten wieder Einnahmen bescheren. So hofft Riess etwa, im Herbst dann doch ein Boulevardstück auf die Theaterbühne des Plenkersaals zu bringen. „Unsere laufenden Kosten können wir mithilfe von Fördermitteln aus dem Ausfallsfonds für den Theaterbereich decken. Wenn es heuer erneut diesbezüglich Unterstützung seitens des Bundes geben sollte, werden wir uns darum bewerben“, sagt Riess.

Lieber sei es ihm aber allemal, ohne Fördergelder das Auslangen zu finden. Der Verein hätte das in seiner siebzigjährigen Geschichte immer geschafft und wolle auch weiterhin unabhängig bestehen können.