Traktorclub erweckt Oldtimer seit 20 Jahren zum Leben. Über 100 Mitglieder mit 75 Fahrzeugen: Der Waidhofner Oldtimer-Traktorclub feierte 2019 sein 20-jähriges Bestehen.

Von Julia Zacher. Erstellt am 11. August 2019 (03:56)
Waidhofner Oldtimer-Traktorclub
Bei einer Ausfahrt ins Burgenland: der Waidhofner Oldtimer-Traktorclub.

„1000 Jahre Österreich“ feierte das Land im Jahr 1996. Ganz so lange gibt es den Waidhofner Oldtimer-Traktorclub noch nicht – doch die damalige Jubiläumsfeier in Neuhofen war der Anlass zu dessen Gründung, wie Obmann Ernst Durst erzählt. „Die Gründer Franz Seisenbacher und Franz Schober hatten damals die Idee, einige alte Traktoren für die Feierlichkeiten zusammenzuholen. Das war der Beginn; 1999 ist der Verein dann offiziell gegründet worden.“

Der älteste Traktor hat noch Eisenräder

Heute zählt er 101 aktive und unterstützende Mitglieder, und diese besitzen insgesamt rund 75 Fahrzeuge – hauptsächlich Traktoren, aber auch Motorräder, Unimog oder Puch Haflinger. Das älteste Fahrzeug im Verein ist ein Traktor aus dem Jahr 1923. „Der hat noch Eisenräder!“, lacht Durst.

Im Mai 2019 feierte man das 20-jährige Bestehen des Vereins. 237 Fahrzeuge – „von Oldtimerclubs von nah und fern!“ – kamen mit ihren Besitzern zum Fest nach Windhag. „Darunter waren sogar zwei Oldtimer-Begeisterte aus Ostdeutschland, die weiter als 600 Kilometer mit ihren Traktoren hierhergefahren sind“, erzählt Durst.

Waidhofner Oldtimer-Traktorclub
Der älteste Traktor des Vereins ist Baujahr 1923 und hat Eisenräder.

Der Verein pflegt gute Kontakte zu anderen Oldtimer-Clubs und hat selbst ein großes Einzugsgebiet: Die Mitglieder stammen nicht nur aus Waidhofen, sondern auch aus der Umgebung, von Randegg über Kematen bis Hollenstein und Kleinreifling. „Das am weitesten entfernte Mitglied wohnt in Weiden am See – im Burgenland.“

Ein wichtiger Eckpfeiler des Vereinslebens sind gemeinsame Ausfahrten, im Zuge derer man zum Beispiel schon auf dem Großglockner oder auf der
Teichalm war. „Die nächste Fahrt geht nach Tschechien, nach Telč“, berichtet Durst.

Seit 2004 ist er Obmann des Oldtimer-Traktorclubs. Er folgte Alfred Fink nach, der den Verein seit der Gründung geleitet hatte. Was Durst besonders gefällt, ist die Gemeinschaft, die im Verein durch das geteilte Hobby entsteht. „Es ist schön, dass sich Leute finden, die gerne an alten Fahrzeugen herumbasteln, die dafür sorgen, dass es wieder funktioniert“, sagt Durst.

„Wir wollen diese alten Fahrzeuge wieder zum Leben erwecken und späteren Generationen zeigen, wie das früher einmal war.“Vereinsobmann Ernst Durst

Seit dem Aufkommen des Traktors, der als Arbeitsgerät ab den späten 40er-Jahren Ochsen und Pferde zu ersetzen begann, habe sich viel verändert. Die stärksten Traktoren hätten damals viel weniger PS gehabt als die heutigen. Auch darin liegt die Motivation, sich damit zu beschäftigen: „Wir wollen diese alten Fahrzeuge wieder zum Leben erwecken und späteren Generationen zeigen, wie das früher einmal war.“

Junge Leute für den Verein zu gewinnen, gestalte sich leider oft schwierig, weiß Durst. „Alte Traktoren herzurichten kostet auch Geld. Viele junge Menschen haben das für dieses Hobby nicht zu Verfügung.“

Wer sich für Oldtimer-Traktoren interessiert, findet Infos und Kontaktdaten auf der Vereinswebsite http://www.waidhofner-oldtimertraktorclub.at.