Kirche in Ybbsitz mit Pellets beheizt. Die Kirche Maria Seesal wird ab sofort mit Holz statt mit Heizöl geheizt. Einnahmen brachen weg.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 09. April 2021 (05:46)
„Kirchenvater“ Franz Pöchhacker und Mesnerin Maria Danner freuen sich, dass die neue Pelletheizung in der Wallfahrtskirche Maria Seesal gut funktioniert.
Lugmayr, Lugmayr

Die Wallfahrtskirche steigt aus der Ölheizung aus. Die Kirche verfügt seit Kurzem über eine neue Heizung. „Die Ölheizung hat über fünf Jahrzehnte lang gute Dienste geleistet, nun ist es an der Zeit, dass wir auf eine ökologische und nachhaltige Alternative umsteigen“, sagt Franz Pöchhacker, der als „Kirchenvater“ dem Kirchenverein von Maria Seesal vorsteht.

Außerdem war die Ölheizung ohnehin in die Jahre gekommen und wären Reparaturarbeiten vonnöten gewesen. „Bevor wir Geld in die alte Heizung stecken, haben wir beschlossen, die alte Heizung auszubauen und eine Pelletheizung anzuschaffen“, sagt Pöchhacker. Eine Herausforderung war dabei auch der Ausbau des Öltanks, der in den dafür bestimmten Nebenräumen eingemauert war. So musste dafür eine Mauer vorübergehend eingerissen werden. Jetzt ist der Pellets-Vorratsspeicher darin untergebracht.

Die schlichte späthistoristische Saalkirche war von 1904 bis 1906 errichtet worden und verfügte bis in die 1950er-Jahre über gar keine Heizung. Dann wurde die Ölheizung angeschafft. Pöchhacker freut sich, dass sich die Mitglieder des Kirchenvereins vom Umweltgedanken haben leiten lassen. „Wenn wir die Heizung schon erneuern müssen, dann soll das auch ein umweltfreundlicher Weg sein, den wir guten Gewissens vertreten können“, sagt Pöchhacker. Dass die Kirche nun von Holz erwärmt wird, trifft sich überdies gut, befindet sich die Kirche doch im waldreichen Ybbsitzer Ortsteil Schwarzois. Die Umrüstung der Ölheizung und deren Ersatz durch die nunmehr ökologische Variante kostete den Kirchenverein 20.000 Euro.

„Wir sammeln bei Veranstaltungen und Messen Geld und wenn wir genug beisammen haben, dann investieren wir sinnvoll“, sagt Pöchhacker. Die Heizung ist so ausgelegt, dass Luft aus dem Altarraum angesaugt, im Heizraum erwärmt und als Warmluft beim linken Seitenaltar wieder eingeblasen wird. Der geschlossene Kreislauf ist sinnvoll, damit es nicht zum Kondensieren von Feuchtigkeit kommt.

Dass derzeit Veranstaltungen und vor allem Hochzeiten ersatzlos abgesagt sind, schmerzt Pöchhacker. „Wir sind ein ökonomisch autonom wirtschaftender Verein. Die Spenden der Wallfahrer und der Hochzeitsgesellschaften fehlen uns natürlich“, sagt er. Aber Pöchhacker hofft auf Besserung im Jahr 2021. „Die Wallfahrtskirche steht unter dem Schutz Mariens, sie wird die Krise überstehen.“