Prachtvoller Auftakt für Klangraum 2020. Matthias Bartolomey und die Windhager eröffneten den Waidhofner Klangraum 2020.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 15. März 2020 (05:33)
Matthias Bartolomey und die Trachtenmusikkapelle Windhag ernteten Standing Ovations beim Auftakt des Klangraums Waidhofen in der duomet-Halle.
Lugmayr

Am 7. März setzten einer der gefragtesten jungen Cellisten der Gegenwart, Matthias Bartolomey, und die Trachtenmusik Windhag mit Friedrich Guldas Konzert für Violoncello den Auftakt für den Waidhofner Klangraum 2020. Intendant Thomas Bieber führte am Beginn des in der duomet-Maschinenhalle im Gewerbepark Haberlehen positionierten Konzerts in den Abend und den neuen Klangraum-Zyklus ein. Der Klangraum bietet erneut eine aufregende Zusammenstellung außergewöhnlicher Musik-Höhepunkte.

Man gerät in Versuchung, nach neuen Superlativen zu suchen, sobald man in den Bann von Matthias Bartolomeys Cellospiel gerät. Unglaubliche Virtuosität, gepaart mit unvergleichlicher Meisterschaft und einem bestechenden improvisatorischen Impetus. Das Werk selbst ist eine Explosion an Kraft und ein einzigartiges Bündel an Kompositionsideen.

Als Einbegleitung in Guldas grandioses Werk gestaltete die Trachtenmusik Windhag unter der Leitung von Thomas Maderthaner eine Reihe von Polkas, Märschen, Boarischen und Walzern, die sich in Friedrich Guldas Konzert für Violoncello und Blasmusik zitiert wiederfanden.

„Der Wiener und Weltbürger Gulda lebte für viele Jahre in Weißenbach am Attersee und liegt in Steinbach begraben“, erläuterte Bieber. Sein Konzert für Violoncello und Blasorchester mit den fünf Sätzen Ouvertüre, Idylle, Cadenza, Menuett und Finale alla marcia verbindet alles, was der Komponist Gulda für verbindenswert hielt. Groove, klassische Formen, Schubert, Vivaldi, Blasmusik und eine Portion cellistischen Übermut.

Diesem Übermut sowie der Extravaganz des vehement fordernden Bravourstücks wurden Bartolomey, der ein David-Tecchler-Cello, anno 1727, spielt, und die Windhager in grandioser Weise gerecht. Als Klassiker des Cross-overs gelang es, das Überkreuzen an Stil, Geschmack und Musiksozialisation mit Märschen und Landlern aus dem Salzkammergut zu kombinieren und, wo gefordert, regelrecht explodieren zu lassen.

Mit Matthias Bartolomey und der Urmusikkraft der Trachtenmusikkapelle Windhag gelang der Abend vor den duomet-Paletten als Sternstunde. Als Zugabe schenkte der Meister dem Publikum eine Eigenkomposition, die trotz oder gerade wegen ihrer Feinheit, 500 Gäste zu Standing Ovations hinriss.