Drei neue Ortschefs treten bei GR-Wahl 2020 an. Lueger (Ybbsitz), Zebenholzer (Hollenstein) und Krifter (St. Georgen/Reith) führen erstmals Listen an.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 18. September 2019 (04:34)
Wodicka; Foto-Montage Alex König

Am 26. Jänner werden in Niederösterreichs Kommunen – mit Ausnahme der Statutarstädte St. Pölten, Krems und Waidhofen – die Gemeinderäte neu gewählt. Die NÖN hat sich die Ausgangssituation in den Ybbstal-Gemeinden angeschaut.

Neue Listen zeichnen sich derzeit noch in keiner Gemeinde ab. Die FPÖ wird fix wieder in Opponitz und Ybbsitz Kandidaten stellen. Ob sie in weiteren Gemeinden am Stimmzettel stehen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Recht fest im Sattel sitzen derzeit die Ortschefs der ÖVP-geführten Ybbstal-Gemeinden. Am längsten von ihnen im Amt ist mit 24 Jahren Allhartsbergs Bürgermeister Anton Kasser. Er wird sich auch 2020 wieder der Wahl stellen.

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Ortschef Gerhard Lueger wird in Ybbsitz erstmals die ÖVP in die Wahl führen.

Eine satte Mehrheit hält die ÖVP auch im Ybbsitzer Gemeinderat. Hier wird nach dem Rückzug von Langzeit-Ortschef Josef Hofmarcher erstmals sein Nachfolger Gerhard Lueger als Spitzenkandidat ins Rennen gehen. „Das Ergebnis von 2015 möchte ich auf jeden Fall halten bzw. freue ich mich über einen eventuellen Zugewinn“, sagt Lueger. Mit neuen Spitzenkandidaten werden in Ybbsitz auch die SPÖ und die Grünen ins Rennen gehen. Bei der SPÖ gibt der neue Ortsparteivorsitzende Lukas Huber einen Mandatszugewinn als Ziel aus. An der Spitze der Grünen wird Gottfried Lettner von Zoltan Abfalter abgelöst.

Zwei Mandate konnte die Opponitzer Volkspartei unter dem Listennamen „Wir für Opponitz“ 2015 zulegen. Als Spitzenkandidat wird wieder Bürgermeister Johann Lueger ins Rennen gehen. An der Spitze der FPÖ tritt wieder Gemeinderat Alexander Schnabel an. Er hatte 2015 zwar zwei Mandate für die FPÖ in Opponitz geholt, besetzen konnte er jedoch nur eines. Das soll sich ändern. Weitere Kandidaten gebe es, sagt Schnabel, Namen wollte er allerdings noch nicht preisgeben.

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In St. Georgen/Reith geht Ortschefin Birgit Krifter an der SP-Spitze ins Rennen.

Auch die einstigen roten Hochburgen Sonntagberg und Kematen sind mittlerweile fest in ÖVP-Hand. In Kematen konnte die ÖVP 2015 ein Mandat zulegen und liegt nun fünf Mandate vor der SPÖ. VP-Bürgermeisterin Juliana Günther wird sich wieder der Wahl stellen. Alles neu hingegen bei der SPÖ: Nachdem sich die Ortsparteichefs Dieter Fischböck und Gerald Einfalt aus der Gemeindepolitik zurückgezogen haben, wird auch der derzeitige SP-Vorsitzende Kurt Kaindl aus dem Gemeinderat ausscheiden. Für ihn wird SPÖ-Mandatar Roland Schaumberger-Weiler an die Spitze nachrücken.

Mit einem Erdrutschsieg konnte die ÖVP von Thomas Raidl 2015 die SPÖ in Sonntagberg überholen. Sie hält nun einen Vorsprung von sechs Mandaten. Ortschef Raidl will sich wieder der Wahl stellen. Nicht mehr antreten wird in Sonntagberg das Soziale Bürgerforum. Nach dem Rückzug von Listengründer Fritz Huber wird sich auch Katharina Progsch aus der Kommunalpolitik verabschieden.

Knappes Rennen in SP-Gemeinden möglich

Während sich in den ÖVP-geführten Gemeinden im Ybbstal kaum etwas ändern dürfte, könnte es in den SPÖ-Gemeinden Hollenstein und St. Georgen/Reith durchaus knapp hergehen. Hier trennt die Volkspartei jeweils nur ein Mandat von der SPÖ. Beide Gemeinden sind derzeit fest in Frauenhand und beide Ortschefinnen werden im Jänner ihre Partei zum ersten Mal an der Spitze in die Wahl führen.

SPÖ
In Hollenstein steht SP-Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer erstmals ganz vorne.

In Hollenstein hat Manuela Zebenholzer 2016 Manfred Gruber beerbt. „Ich erwarte mir, dass die sehr gute Arbeit meiner ersten dreieinhalb Jahre mit hoffentlich vielen Wählerstimmen belohnt wird und mir eine weitere Periode zur Verwirklichung der guten Ideen und die Umsetzung der angefangenen Projekte ermöglicht wird“, sagt Zebenholzer.

In St. Georgen/Reith folgte Birgit Krifter 2018 Helmut Schagerl nach. „Mein Ziel ist es, die derzeitige Mehrheit der SPÖ im Gemeinderat halten zu können, wenngleich ich dazu sagen muss, dass die Zusammenarbeit mit der zweiten Gemeinderatspartei in schwierigen Zeiten gut geklappt hat“, sagt Krifter.

Doch auch die ÖVP verspricht sich in der kleinen Ybbstalgemeinde von der Wahl im Jänner die Mehrheit, wie Spizenkandidat Josef Pöchhacker ausführt. „Dass es wieder sehr, sehr knapp werden wird, davon kann man in unserer Gemeinde ausgehen.“

Umfrage beendet

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