Mesner fand in Kirche Totenschädel in Plastiksackerl. Mesner machte schaurigen Fund, Ermittlungen liefen nur langsam an.

Von Redaktion noen.at. Update am 17. Mai 2019 (13:21)

„Erst dachte ich es sei eine Aufmerksamkeit für mich oder für unseren Pfarrer“, so Gottfried L., der seit neuen Jahren Mesner in der kleinen Waldviertler Gemeinde Altmelon ist. Als der Mesner dann einen Blick in das Plastiksackerl machte, war er sehr überrascht. Darin befand sich ein menschlicher Totenschädel.

„Ich hab ihn dann in der Sakristei aufgebahrt, eine Kerze angezündet und nach der Sonntagsmesse hat der Pfarrer ein Gebet gesprochen“, erzählt er. Da der örtliche Pfarrer an diesem Sonntag vertreten wurde, beriet man sich erst und verständigte schließlich die Polizei. „Die holten den Totenkopf erst eine Woche später ab“, so der Mesner. Der Vorfall ereignete sich bereits am 28. April 2019.

Die Ermittlungen sollen dann angeblich „eher gemütlich“ gewesen sein, doch schließlich wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und aktiv. Diese gab ein Gutachten in Auftrag und lässt den Schädel derzeit untersuchen. „Wir haben letzten Sonntag dann auch die Pfarrgemeinde darüber informiert und gebeten, dass sich die Person meldet, welche den Schädel auf die Kirchentür gehängt hatte“, erzählt Gottfried L. Erklären kann man sich die Herkunft nicht.

„Wahrscheinlich hat den Schädel jemand gefunden und sich gedacht, er bringt ihn zur Kirche. Hier gab es früher unter der Sakristei einen Gebeine Grab“, so der Mesner. Die Ermittlungen, woher der Totenschädel stammt, laufen.

Wie die Staatsantwaltschaft nun weiter vorgehen wird, lest ihr ab Mittwoch in der Printausgabe der Zwettler NÖN und im Epaper.

Aus dem NÖN-Archiv: Totenkopf fand nach 70 Jahren wieder in den Karner zurück . . .

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein Totenschädel für Schlagzeilen im Waldviertel sorgt - am 10. Juni 1996 berichtete die Zwettler NÖN über einen ähnlich skurrilen Fall, der sich in Friedersbach zugetragen hatte - hier der Bericht zum Nachlesen:

Die Geschichte einer 70jährigen Odyssee eines Totenkopfes ging kürzlich glücklich zu Ende.

Vor 70 Jahren wollte eine junge Frau ihrem Bruder helfen, der für sein Medizinstudium ein Schädelskelett benötigte, und ließ aus dem Friedersbacher Karner einen Totenschädel "mitgehen". Doch wegen seines Alters war der Schädel für Studienzwecke unbrauchbar - er blieb in der Obhut der Dame, die ihn über all die Jahre fürsorglich verwahrte.

Nun ist diese Dame bereits über 90 Jahre alt und das schlechte Gewissen drückte doch sehr. Deshalb wollte sie den Totenkopf, gut verpackt, per Post zurückschicken. Was ihr der Sohn aber nicht gestattete: "Da schreckt sich ja der Empfänger, wenn er ein Paket mit einem Totenschädel erhält." Und so machte sich der Sohn, ein Steirer aus der Nähe von Graz, mit dem Schädel im Gepäck auf den Weg nach Friedersbach und übergab ihn per sönlich dem erstaunten Pfarrer Ludwig Hahn, dem er die Geschichte seiner Mutter erzählte.

So kehrte nach 70jähriger Abwesenheit der Totenkopf wieder in den Friedersbacher Karner zurück, wo er nun hoffentlich seine endgültige Ruhe findet - und auch eine betagte Dame dürfte ihren Frieden gefunden haben . . .