Corona-Krise: Die grünen Daumen zeigen runter. Gärtnereien und Floristen sind von der Corona-Krise stark betroffen. Das Ostergeschäft bricht ein, auch Bangen um Muttertag.

Von Angelika Koll. Erstellt am 01. April 2020 (04:38)

Gärtnereien und Blumengeschäfte haben zur Zeit, wie so viele andere, geschlossen. Viele von ihnen bieten stattdessen einen Lieferservice.

Gerlinde Krammer ist eine der betroffenen Floristen. Ihr Blumengeschäft Kreaflor in Rapp ottenstein ist bis auf weiteres geschlossen. Für Auslieferungen und zum Beispiel Beerdigungen steht sie nach telefonischer Anfrage zur Verfügung, jedoch macht sie das nun alleine. Ihre Mitarbeiterinnen sind zu Hause und werden ab 1. April in Kurzarbeit gehen. „Meine persönliche Einstellung ist, dass wir uns alle eine Zeit lang an die Auflagen halten müssen. Ich glaube auch nicht, dass wir nach Ostern einfach wieder starten können“, meint Krammer. Das komplette Ostergeschäft entfalle somit in diesem Jahr. „Auch Dekoartikel müssen wieder weggeräumt werden. Das Ausliefern wäre zu aufwendig, da bräuchte man einen Onlineshop, aber das ist teuer und zahlt sich nicht aus“, gibt die Inhaberin an.

Etwas anders und doch ähnlich gestaltet sich die Situation in den Gärtnereien. Als landwirtschaftliche Gärtnerei wäre es der Gärtnerei Hackl in Allentsteig erlaubt, offen zu bleiben. Man hat aber trotzdem entschieden zu schließen, bietet ebenfalls Lieferservice an und ist telefonisch erreichbar. „Es ist nicht dasselbe wie sonst“, meint der Gärtnereichef Adalbert Hackl, erwähnt aber auch: „Vielleicht wird der Lieferservice öfter angenommen, wenn es wieder schöner wird.“

Bangen um Geschäft zum Muttertag

Die Pflanzen brauchen weiterhin Betreuung, doch das würde Hackl auch selbst schaffen. Eine Mitarbeiterin ist weiterhin im Geschäft tätig, eine andere bis auf weiteres in Sonderurlaub, da sie ein betreuungspflichtiges Kind zu Hause hat. Etwas verärgert ist Hackl über die Tatsache, dass Supermärkte dennoch weiterhin Pflanzen verkaufen dürfen. Der Berufsstand versuche auch, darauf aufmerksam zu machen. Bis Ende April seien die Schließungen für die Gärtnereien zu verkraften. Hackl erwähnt jedoch: „Wenn das in den Mai hineingeht, wird es schwierig.“ Das Geschäft zum Muttertag sei ein größerer Schwerpunkt als Ostern, und die Jungpflanzen für den Frühling sind bereits gezogen.

Betrieb wurde auf Team-Arbeit umgestellt

Auch Gartenbau Dornhackl bietet einen Lieferservice nach telefonischer Anfrage. Es werden aber auch aktuelle Pflanzen auf die Facebookseite und Website gestellt, wie Christian Dornhackl erklärt. Außerdem wurde an den Standorten eine Selbstbedienung eingerichtet. „Unsere Gärtnereien sind trotzdem in Betrieb. Die Mitarbeiter arbeiten immer in Zweier- oder Dreier-Teams, die sich abwechseln, sodass immer dieselben Leute zusammen sind“, erklärt Dornhackl. Man bekomme auch alle Bäume und Sträucher. Schnittblumen habe man jedoch derzeit weniger verfügbar, da ein Großteil aus Holland bezogen wird.

Dornhackls Gärtnerei ist weiterhin in der Friedhofspflege unterwegs, und man will auch wieder für die Gartengestaltung zur Verfügung stehen. Maximal zwei Mitarbeiter sollen dabei zusammenarbeiten und mit den Kunden möglichst nicht in Kontakt kommen. Dornhackl meint dennoch: „Die Situation ist sehr schwierig, gerade in der Hauptsaison.“

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