Schulsportstätten für Vereine: "Nachfrage ist riesig". Kooperation zwischen Schulen & Klubs läuft sehr gut. Hallen aber voll ausgelastet.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 11. September 2019 (04:34)
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Die Zwettler Volleyballerinnen haben ihr Stammquartier im Zwettler Gymnasium bezogen. Gemeinsam mit anderen Klubs lasten sie den Turnsaal dort komplett aus.

Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

"Zusammenarbeite läuft sehr gut"

Derlei Probleme, dass Vereinen der Weg in die Schul-Turnsäle versperrt bleibt, sind im Bezirk Zwettl keine bekannt. Das bestätigt auch Silvia Atteneder, Bezirksobfrau der Sportunion: „Die Zusammenarbeit läuft sehr gut. Der Bedarf kann gut abgedeckt werden. Ein Vorteil im Vergleich zu anderen Regionen ist sicherlich auch, dass hier eher kleinere Vereine tätig sind. Die kommen alle in den Volks- und Hauptschulen unter.“
Wie in Echsenbach. Dort ist die Volksschule auch außerhalb der Schulzeiten praktisch immer im Vollbetrieb.

Großteils dafür verantwortlich ist der Karateverein Bushido Echsenbach, der mit seinen 130 Mitgliedern jede Woche von Mittwoch bis Freitag insgesamt acht Trainingseinheiten abspult. Und es ginge sogar noch mehr, sagt Vereinspräsident Manuel Schüpany: „Die Nachfrage Karate zu lernen wäre enorm. Wir hätten selbst auch das Potenzial zu wachsen, haben viele Jungtrainer im Verein. Aber einerseits machen wir das ja freiwillig, haben auch private Verpflichtungen, andererseits nutzen auch andere Vereine den Turnsaal.“

Unter anderem die Fußballer vom SC Hartl Haus im Winter – immer wieder auch einmal kurzfristig. „Da verschiebt sich dann schon mal unser Training, aber die Kommunikation läuft sehr gut“, sagt Schüpany. Deshalb hat der Verein vor Jahren einen zweiten Dojo (Trainingsraum) im Saal des ehemaligen Landgasthauses Sachata in Wolfenstein eingerichtet. „Wir können dort jederzeit rein, genutzt wird der Saal aber hauptsächlich für Fortgeschrittenen-Trainings oder spezielle Wettkampf-Vorbereitung“, sagt Schüpany. Dort muss der Verein im Gegensatz zur Volksschule aber Miete bezahlen.

Die Möglichkeit, die Volksschule zu nutzen, bestünde auch in den Ferien. Besonders im Sommer sei man durch die Urlaubszeit aber ohnehin nie komplett. „Darum haben wir heuer erstmals komplett pausiert, uns quasi auch selbst Ferien gegönnt“, sagt Schüpany. „Das ist gut angekommen.“

„Müssen sogar schon Anfragen absagen“

Viel los ist in schulfreien Zeiten auch in den Zwettler Schulen. Sportmittelschule und Gymnasium sind voll ausgelastet. Die Volleyballerinnen von der Sportunion haben unter anderem im Gym ihre Heimat, trainieren dreimal wöchentlich. Dazu weicht auch Bundesligist Union Waldviertel mit einigen Mannschaften oftmals von der Stadthalle, die im Gemeindeeigentum nicht dem Sport allein vorbehalten ist, hierher aus. Nachwuchsfußballer von SC Zwettl und Leistungsausbildungszentrums (LAZ) Waldviertel trainieren hier.

„Dazu kommen Aktivitäten, wie Gesundheitsturnen, Basketball, Badminton“, erzählt Direktor Wolfgang Steinbauer. „Wir sind von Montag bis Freitag, oft auch Samstagvormittag voll ausgelastet. Es kommen sogar noch laufend Anfragen, die wir absagen müssen.“

Nicht zuletzt aufgrund der hohen Auslastung wurde in der SMS auch der Zubau bewilligt.

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