Paolacci feiert sein Jubiläum im Stift Zwettl. Marco Paolacci mit einem eindrucksvollen Orgel-Konzert. Dank mit Musik Seine fünf Jahre als Stiftskapellmeister zelebrierte

Von Maria Moll. Erstellt am 06. September 2019 (04:01)
Maria Moll
Marco Paolacci (Mitte) feierte sein fünfjähriges Jubiläum als Stiftskapellmeister in Zwettl. Mit im Bild: Carl-Philipp Kaptain, Barockposaune, Ruth Bruckner, Gesang und Blockflöte, Abt Johannes Maria Szypulski, Prior P. Bernhard Prem, Magdalena Kelz, Viola da Gamba, Alexander Kastner, Trompete.

Auf den Tag genau vor fünf Jahren übernahm Marco Paolacci am 1. September die Aufgaben des Stiftskapellmeisters in Zwettl. Aus diesem Anlass luden am Sonntagabend der Konvent und der „Jubilar“ zum „Spettacolo Egedacher“, einem ganz besonderen Konzert.

Paolacci wollte sich einerseits mit dem Konzert beim Stift bedanken – vor allem bei Altabt Wolfgang für das erste Dienstjahr, bei Administrator Pater Albert und beim jetzigen Abt Johannes für das Vertrauen in den Folgejahren. Besonders in den Mittelpunkt stellte der exzellente Organist aber die Egedacher Orgel. Im Spielen dieses Instruments sieht Paolacci ein positives Erlebnis. „In der Auseinandersetzung mit dieser Orgel passieren immer wieder ungewöhnliche Dinge“, sagt er. So gab es an dem Abend eigentlich ein reines Orgelprogramm, wobei sich Marco für die Aufführung mit einigen befreundeten Musikern umgeben hatte.

26 Variationen auf Orgel präsentiert

Seit September 2016 erfüllt der gebürtige Bozener einen Lehrauftrag am Konservatorium für Kirchenmusik in St. Pölten. Und er leitet die „Internationalen Konzerttage Stift Zwettl“, die ab nächstem Jahr unter dem neuen Namen „Zusammenspiel“ stattfinden werden. Bleibt da noch Zeit für Hobbys? „Ja, ich gehe gerne in die Berge und liebe das Reisen.“ Seine guten Sprachkenntnisse in Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch sind beste Voraussetzungen für internationale Kontakte.

Im Konzert präsentierte Paolacci die Egedacher Orgel mit 26 Variationen über den Choral „Vater unser im Himmelreich“. Der Stuttgarter Johann Ulrich Steigleder hatte in den Jahren 1626/27 insgesamt 40 Variationen dazu geschaffen. Grundtenor der Komposition ist der Orgelklang, in den abwechselnd die menschliche Stimme, Blockflöte, Viola da Gamba, Barockposaune und Trompete die Choralmelodie einbringen und dadurch den Choral deutlich hervorheben.

Der Organist betonte dazu, dass wir uns glücklich schätzen dürfen, am Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren in einem Europa der offenen Grenzen zu leben. Sehr herzlich und persönlich formulierte der Abt seine Dankesworte an den Stiftsorganisten. Er lobte dessen großartiges Wirken und wünschte „gute Gesundheit und den Schutz der Gottesmutter Maria“.