Die Musiker im Bezirk Zwettl legen wieder los. Die Blasmusikvereine dürfen ab 19. Mai wieder ihre Probeaktivitäten aufnehmen. Die Erleichterung ist jetzt groß.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:01)

Die Frustration bei den Blasmusikern war seit Ankündigung der Öffnungsschritte zum 19. Mai deutlich zu spüren. Der Grund: Trotz Lockerungen wurden gerade sie nicht berücksichtigt, anders als zum Beispiel Sportvereine. Keine Proben, keine Perspektiven hieß es. Jetzt kann aber anscheinend doch aufgeatmet werden. Dem österreichischen Blasmusikverband ist es mit einem Appell an die Regierung gelungen, das gemeinsame Proben wieder zu erlauben.

Die Befürchtungen des Zwettler Bezirksobmanns des Blasmusikverbandes, Martin Hausleitner, dass erst ab Juni wieder mit Proben zu rechnen sei, bewahrheiten sich also letztendlich nicht. Bis Redaktionsschluss waren zwar noch keine genauen Vorgaben bekannt, doch die erstmalige Erleichterung bei den Musikvereinen ist zu spüren. „Es ist schon eine unglaublich wichtige Nachricht. Neugierig bin ich aber, wie die Proben dann wirklich ablaufen können“, meint Martin Hausleitner. Gerade die ersten Proben wären als geschlossenes Orchester unheimlich wichtig. „Es wäre auf jeden Fall besser, wenn wir alle zusammenbringen, als wenn es nur registerweise erlaubt wird“, sagt der Bezirksobmann.

Sollten die Proben nur im Freien wieder im vollen Maße erlaubt werden, sei das auch zu verkraften. „In Gutenbrunn konnten wir letztes Jahr auch schon kaum drinnen proben, weil das Probelokal sehr klein ist. Wenn im Freien wirklich alle zur Probe kommen dürfen, können wir froh sein.“ Auch die Abstände sollten kein Problem werden: „Wenn die Fußballer auch trainieren dürfen und Zweikämpfe machen, gibt es für die Musik keinen Grund zur Sorge“, betont Hausleitner.

Bis vor wenigen Tagen war auch Lukas Haider-Stern, der Obmann der Trachtenkapelle Ottenschlag unzufrieden mit der Handhabung der Blasmusik. Mit der Nachricht ist jetzt doch wieder die Perspektive zurückgekehrt. Auch Planen sei jetzt wieder zum Teil möglich. „Es ist schön, zu wissen, dass es wieder Möglichkeiten für uns gibt. Jetzt gilt es aber erst mal die Rahmenbedingungen abzuklären“, erzählt er. Die Stimmung sei mit der freudigen Nachricht schlagartig gestiegen. Proben im Freien würde man auf jeden Fall umsetzen wollen. „Seien es jetzt Marschproben oder auch kleinere Konzerte, wir sind für alles offen.“

Sonstige Auftrittsmöglichkeiten sind allerdings noch rar. Normalerweise würde bald die Erstkommunion anstehen, doch darauf muss wohl auch heuer verzichtet werden. Das neue Ziel liegt jetzt auf den Marsch- und Konzertwertungen, die vom Blasmusikverband auf freiwilliger Basis im Herbst angesetzt sind.

Für viele ein halbes Jahr ohne Instrument

Dafür muss aber geprobt werden. „Es werden sicher einige Proben notwendig sein, um die Sache wieder ins Rollen zu bringen. Es geht ja auch um den Ansatz der Musiker, der nach so langer Zeit ein bisschen verloren geht“, erklärt Haider-Stern. Seit September gab es in Ottenschlag keine gemeinsame Probe mehr. Für viele bedeutete das also mehr als ein halbes Jahr ohne Instrument.

Erleichtert ist auch der Obmann der Allentsteiger Stadtkapelle, Peter Hochleitner. Er befürchtete nach der langen Zeit im Lockdown einen Verlust des Zusammenhaltes im Verein. „Man merkt das schon nach einem halben Jahr. Bei manchen geht die Motivation verloren. Es könnte sein, dass nicht überall wieder alle Mitglieder zurückkommen“, ist er trotzdem skeptisch.

Für jegliche Vorsichtsmaßnahmen sei man jedenfalls offen. Hauptsache es kann wieder gemeinsam musiziert werden. „Wenn man mit Tests ein sicheres Proben garantieren kann, können wir das garantiert auch umsetzen. Man muss es uns nur sagen“, meint Hochleitner.