Vorfreude auf die Öffnung im Bezirk Zwettl. Nach über sechs Monaten sperren die Gasthäuser wieder auf. Derzeit sind die Wirte mit Vorbereitungen beschäftigt.

Von Friedrich Schiller. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:46)

Nach langem Warten wird am 19. Mai endlich wieder die Gastronomie aufsperren. Die NÖN hat sich im Bezirk umgehört, wie sich die Wirte darauf vorbereiten und vor welchen Herausforderungen sie derzeit stehen.

Die Stimmung sei natürlich grundsätzlich positiv und es würden sich alle Gastwirte freuen, wieder aufsperren zu dürfen, wie Wirtevertreterin Helene Mayerhofer vom Waldviertler Hof Mayerhofer berichtet. Es seien jedoch auch noch viele Fragen offen, die die Gastronomieöffnung betreffen, da man die Verordnung noch nicht erhalten habe. Diese wird es aber hoffentlich bald geben.

„Natürlich ist die Kurzarbeit gut angenommen worden, aber viele Mitarbeiter sind abgesprungen, weil so lange zu war.“ Doris Schreiber

„Bis zur Öffnung ist noch einiges zu tun“, sagt Mayerhofer. So müssen natürlich wieder Zutaten eingekauft und Pläne geschrieben werden. Reservierungen von Gästen gäbe es zumindest bereits. Dennoch müsse man aber erst abwarten, wie sich die Gästesituation nach dem 19. Mai entwickeln wird. Mayerhofer erwähnt jedoch auch: „Die Personalsituation ist recht schwierig.“ Das bemerke sie auch selbst in ihrem Betrieb. Bereits vor Beginn der Pandemie habe es einen Personalmangel gegeben, und auch jetzt suche man in der Gastronomiebranche noch nach Mitarbeitern.

Von der Herausforderung, Personal zu finden, spricht auch Doris Schreiber, die als Obmann-Stellvertreterin in der Wirtschaftskammer im Waldviertel für die Gastronomie zuständig ist. „Natürlich ist die Kurzarbeit gut angenommen worden, aber viele Mitarbeiter sind abgesprungen, weil so lange zu war“, sagt Schreiber. Die Leute wollen immerhin arbeiten und seien daher teilweise in andere Branchen geflüchtet. Jetzt werden sie natürlich wieder gebraucht.

Einen Öffnungstermin zu haben, sei sehr wichtig für die Branche. Dadurch gibt es endlich wieder eine Perspektive für die Gastwirte. Schreiber spricht zudem an, dass es in der Gastronomie gute Sicherheitskonzepte gäbe. Gehofft wird natürlich auch auf gutes Wetter, sodass die Gastgärten besetzt werden können. „Wir haben im vorigen Jahr bereits gesehen, dass die Leute gerne draußen sitzen“, erwähnt Schreiber. Die Angst vor einer Ansteckung ist dort geringer. Eine Herausforderung sei es, darauf zu achten, dass auch im Freien der Abstand von zwei Metern gewahrt wird. Schreiber betont zudem: „Wir hoffen, dass wir im Sommer auch wieder größere Veranstaltungen abhalten können, aber dafür müssen alle mithelfen.“

Nun sind die Wirte aber erst einmal noch damit beschäftigt, alles für die kommende Wiederöffnung vorzubereiten. „Wir hatten nun sechseinhalb Monate geschlossen. Jetzt muss alles wieder geputzt werden“, sagt Schreiber. Auch Kühlgeräte, die vielleicht ausgeschaltet wurden, müssen wieder hochgefahren werden. So manche Gastwirte haben natürlich auch während der Schließung ausgekocht, „aber wir fahren von Null rauf. Man hat ein bisschen das Gefühl, man sperrt ein ganz neues Lokal auf“, meint Schreiber.

Abholservice wird weiterlaufen

Jemand, der wirklich ein neues Lokal aufsperrt, ist Stefan Ho. Er eröffnet das Seerestaurant in Allentsteig unter dem neuen Namen „Hora“ (die NÖN hat berichtet). Corona und die beschränkte Gästezahl spielen ihm dabei, wie er sagt, sogar in die Hände. „Bei einer Neueröffnung versucht man, nicht zu viele Gäste zu haben“, erklärt Ho. Immerhin müsse sich das Team erst einspielen, und zu Beginn mag vielleicht noch nicht alles wie am Schnürchen laufen. So sind zur Eröffnung nun erst einmal nur Familie und Freunde eingeladen.

Die verspätete Eröffnung — ursprünglich hatte Ho geplant, das Lokal bereits zu Ostern aufzusperren — brachte auch etwas mehr Zeit, das Lokal zu gestalten. „So haben wir Dinge gemacht, für die wir sonst keine Zeit gehabt hätten“, gibt Ho an.

Eva Schrammel vom Bergwirt Schrammel in Moidrams freut sich ebenfalls, dass nach einem halben Jahr wieder die Normalität einkehrt. Sie freut sich auf die gewohnte Arbeit ebenso wie auf ihre Mitarbeiter. Derzeit sind sie bei der Grundreinigung und es wurden neue Dekorationen angebracht. Sie hofft, dass die Kunden die geplanten Maßnahmen in Kauf nehmen. Die vorgeschriebenen Auflagen wurden immer beachtet, das wird auch so beibehalten. Die Menschen sollen sich hier wohl und sicher fühlen.

Das Gasthaus Schrammel verfügt auch über einen großen Gastgarten, wo Abstände und die Sitzordnung eingehalten werden können. Während der Schließung wurden einige Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, die anderen seien immer angemeldet gewesen. Erfreulich ist, dass der Abhol- und Lieferservice trotz Lockdown aufrechterhalten werden konnte.

Wie in vielen Betrieben erfolgte auch im Gasthaus Klang in Echsenbach als Vorbereitung auf die Öffnung eine intensive Grundreinigung des kompletten Betriebes, der Lokalitäten und der Toiletten. Die Schankanlagen wurden bereits für die Öffnung vorbereitet. Auch danach wird die Speisenabholung weiterhin möglich sein, „aber das Tellerservice steht doch wieder im Vordergrund“, meint Josef Klang. Auch das zweite Lokal, das Pub in der Freizeitanlage mit einem angrenzenden Gastgarten, wurde einer Grundreinigung unterzogen und ist wieder bereit, Gäste zu empfangen. Bei beiden Lokalen gibt es einen Gastgarten. „Wir werden hier bemüht sein, bei Änderung der Wetterverhältnisse einen Platz im Lokal für unsere Gäste vorzubereiten. Wir sehen der Öffnung entspannt entgegen, sind hoch motiviert und freuen uns auf jeden Gast“, sagt Klang.

„Die Personalsituation war über die lange Schließungszeit sehr angespannt, es konnten aber alle Mitarbeiten im Betrieb gehalten werden“, berichtet Klang. Mit der Aktion „Essen zur Abholung“ konnten im Küchenbetrieb die Mitarbeiter täglich beschäftigt werden.

Gastgarten wurde neu überdacht

In der Kaminstube in Schwarzenau hat man auch für Schlechtwetter vorgesorgt. „Der Gastgarten wurde neu überdacht, mit einer Lamellenausführung, bei Sonnenschein geöffnet, bei Regen geschlossen, für Gäste braucht damit kein zusätzlicher Platz in den Lokalräumen reserviert werden. Wir können damit mehr Gästen einen Platz für Konsumation anbieten“, erwähnen Werner und Petra Zlabinger.

Auch in der Kaminstube wurde der Abholservice gut angenommen. „So ist es uns gelungen, die Mitarbeiter, welche für die Vorbereitung der Speisen benötigt wurden, weiter zu beschäftigen“, gibt Zlabinger an. Bei der Wiedereröffnung bieten natürlich die Verordnungen und vorgeschriebenen Kontrollen eine Herausforderung — für die Wirte ebenso wie für die Gäste. Erfreulich ist für die Kaminstube, dass der gesamte Mitarbeiterstand gehalten und mit Teilzeiteinteilungen beschäftigt werden konnte. Die lange Zeit der Schließung habe aber auch hier bei einigen die Frage eines Berufswechsels aufgeworfen.

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