Seltener Hummelfund begeistert. Ein wahres „Hummelmekka“ befindet sich in Göpfritz an der Wild. Die Entdeckung der Sandhummel machte jetzt Datenbank des Naturschutzbundes vollständig.

Von Markus Füxl. Erstellt am 18. August 2019 (04:34)
Maria Zacherl
Die seltene Sandhummel ließ sich in Göpfritz nieder.

Erst drei mal wurde die Sandhummel in über 100 Jahren in Niederösterreich nachgewiesen (1908, 1934 und 2008). Vor Kurzem entdeckten die Naturbeobachter Maria Zacherl und Wolfgang Schweighofer das Tier in Göpfritz an der Wild.

Das bestätigte der Naturschutzbund. Seit 2018 können Naturfreunde auf der Plattform www.naturbeobachtung.at Hummelbeobachtungen melden. Göpfritz ist dabei ein wahres „Hummelmekka“: Alleine in dieser Gemeinde fanden sich bisher 17 Hummelarten, darunter so seltene wie die Erdbauhummel, die Samthummel, oder die Deichhummel.

Göpfritz als Hummelparadies

Dass seine Gemeinde ein Hummelparadies ist, freut Vizebürgermeister Werner Scheidl: „Nicht nur Menschen siedeln sich in unserer Gemeinde an, auch Hummeln fühlen sich wohl bei uns.“ Er überlege, diese Besonderheit seiner Gemeinde entsprechend zu vermarkten. Eine Verbindung zu den flauschigen Brummern gibt es in Göpfritz bereits: Der 2010 gegründete Völkerballverein trägt den Namen „Kampfhummeln“.

Die Sandhummel hat eine weißgraue bis dunkelgraue Grundfarbe sowie weiße Querstreifen auf dunklem Hinterleib. Sie bevorzugt als Lebensraum offenes Gelände, vor allem Feuchtwiesen. Ihren Nistplatz positioniert sie meist oberirdisch als Nestkugel aus Moos und anderen weichen Pflanzenteilen.

Der Fund der Sandhummel freut Projektleiter Gernot Neuwirth besonders: „Damit wurde nach über 26.000 Hummelmeldungen bisher auch die letzte aller in Österreich aktuell vorkommenden Hummelarten gemeldet.“

Der Hummel-Experte Johann Neumayer erklärt, warum sich die Hummeln gerade in Göpfritz so wohl fühlen: „Gerade die kleinstrukturierte Waldviertler Landschaft und der naturbelassene Truppenübungsplatz in Allentsteig mit seinen Feuchbrachen und Offenlandgebieten begünstigt die Vielfalt in Göpfritz an der Wild.“