Zwettler Hanf-Shop schließt Pforten. Coronavirus zwingt CBD-Shop in Zwettl in die Knie. Stammkunden kamen auch aus Tirol und Salzburg.

Von Markus Füxl. Erstellt am 29. Oktober 2020 (05:27)

Es war kein langes „Gastspiel“: Der 24-jährige Andreas Auer muss mit 20. November seinen Shop „Century Plant“ in der Unteren Landstraße schließen. Der Grund: Wegen der Coronakrise bleiben die Kunden aus.

Seit Februar 2019 betreibt der gebürtige Tscheche das Geschäft, dass vorwiegend Produkte um den Stoff Cannabidiol (CBD) verkauft. Dabei handelt es sich um einen nicht psychotropen Bestandteil der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC löst der Wirkstoff keinen Rausch aus.

„Naturprodukt ohne Nebenwirkungen“

Auer verkauft in seinem Shop Öle, Tees, Sprays oder die Blüte selbst, aber auch Zubehör, Papers, Wasserpfeifen und Waagen. „Als ich eröffnet habe, glaubten viele, jetzt kommt ein Drogengeschäft“, sagt Auer.

Dabei sollen die Produkte vor allem eine entspannende Wirkung haben und auch im Gesundheitsbereich helfen, etwa bei Schlafproblemen, Schmerzen, epileptischen Anfällen bis hin zu Krebs und multipler Sklerose – und das alles legal, denn es unterliegt weder dem Arzneimittel- noch dem Suchtmittelgesetz: „Es ist ein Naturprodukt ohne Nebenwirkungen, das auf Dauer nicht so teuer wie herkömmliche Arzneimittel ist und jederzeit wieder abgesetzt werden kann“, erklärt der 24-Jährige.

Er selbst kam durch einen Krebsfall in der Familie und einer positiven Behandlung mit CBD zum Thema. Als gelernter Betriebslagerlogistiker arbeitete er sich in das Feld ein und baute den Shop auf. Zum Ende sagt er: „Es bricht mir das Herz.“

Umsatz seit Lockdown einfach weggebrochen

Grund für die Schließung ist das Coronavirus. Mit dem Lockdown musste auch Auer sein Geschäft schließen und erlebte einen Umsatzeinbruch, von dem er sich bis jetzt nicht erholt hat: „Die Kunden bleiben seitdem einfach aus. Seit drei Wochen ist so gut wie nichts mehr los, ich stehe unnötig im Geschäft.“ Und das, obwohl ihn bis vor kurzem sogar Stammkunden aus Tirol und Salzburg regelmäßig besuchten.

Um weiter Einnahmen zu haben, zog er vor drei Monaten einen Onlineshop auf, den er auch nach der Schließung weiter betreiben will. Dort werden CBD-Produkte, Hanf-Lebensmittel sowie Kosmetik- und Naturprodukte verkauft.

Auch die EU-Kommission will Auer einen Strich durch die Rechnung machen: Sie will CBD als Betäubungsmittel einstufen. Ein Zuckerl für die Pharmaindustrie, kritisiert Auer. Er unterstützt die Plattform „Zukunft Hanf Österreich“, die sich gegen das Verbot mit einer Unterschriftenliste (aktuell etwa 14.400 Unterstützer) wehrt.

Leerstand dürfte kurz gehalten werden

Lange dürften die Räumlichkeiten in der Unteren Landstraße aber nicht leerstehen. Das sagt der zuständige Immobilienmakler Martin Stangl auf NÖN-Nachfrage. So gebe es bereits Interessenten: „Es sieht nicht schlecht aus, ich hoffe auf einen Abschluss bis Ende des Jahres.“