Abstrakte Ausstellung in Zwettl. Die Galerie „blaugelbezwettl“ zeigt aktuell Werke von Regina Hadraba. Schwarze Linien sind das Merkmal ihrer Kunst.

Von Maria Moll. Erstellt am 23. Februar 2020 (11:08)
Regina Hadraba (2. v. r.) stellt derzeit in der Galerie blaugelbezwettl aus. Mit ihr versammelten sich vor dem Werk „Geste“, aus Hartfaser geschnitten und geschwärzt, einige Ehrengäste (v. l.) Vizebürgermeister Johannes Prinz, Galerieleiter Martin Anibas, die Perchtoldsdorfer Galeristin Michaela Seif und der Druckgrafiker „des Hauses“ Andreas Ortag.
Maria Moll

Gestische Motive, Monotypien, rundum tief schwarze Bücher in Stapeln auf einem kleinen Tisch, dazu ein Sessel mit langem schwarzen Schatten auf dem Boden – dieser Anblick bot sich den zahlreichen Gästen im ersten Raum der Galerie „blaugelbezwettl“.

Galerieleiter Martin Anibas begrüßte am Samstagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Back to …“ von Regina Hadraba. „Regina Hadraba ist keine Künstlerin, die gerne über sich spricht. Sie präsentiert sich lieber über ihre Werke“, schickte die Perchtoldsdorfer Galeristin Michaela Seif dem Kunstgespräch voraus.

Geboren und aufgewachsen in Waidhofen an der Thaya, lebt und arbeitet Regina Hadraba nun in Baden und Pfaffstätten. In jungen Jahren hat sie zusammen mit sechs Kolleginnen die Gruppe Vakuum gegründet. „Neben den vielen Bildern hat sie auch zahlreiche Künstlerbücher verfasst, zum Beispiel über Ingeborg Bachmann“, fuhr Seif fort.

Hadraba tritt mehr als Zeichnerin hervor

In letzter Zeit schuf Hadraba mehrere installative Arbeiten im Raum. Insgesamt tritt die Künstlerin eher als Zeichnerin denn als Malerin hervor, wobei sie gerne alte, großflächige Stoffe wie Leinen verwendet. Diese geben dem Bild weichere Konturen. Auch Platten aus Kupfer oder Acrylglas sowie aktuelle Landkarten dienen als Bildgrund, den sie vorbereitet und mit einem mit schwarzer Ölfarbe getränkten Tuch bedeckt. Wenn sie dann einen Stift über das Gewebe gleiten lässt, entstehen schwarze Linien auf dem Bildgrund, die überraschende Ergebnisse bringen.

Besonders liebt Hadraba das Material Holz. So verschraubt sie „mit Schwarz neutralisierte“ Holzstäbe zu gestischen Motiven, die den Charakter großer Scherenschnitte annehmen. Und mit den schwarzen Büchern auf dem Tisch hatte es eine eigene Bewandtnis.

„Das sind alte Steuerbücher meines Mannes“, erklärte die Künstlerin. „Die Bücher sind fix verklebt, nur der Buchdeckel ist beweglich und kann den Blick auf ein Bild freigeben. Das stellt eine Metapher auf den Menschen, auf das Leben dar.“

Die Preise der Ausstellungsobjekte bewegen sich zwischen 900 und 1.500 Euro, einige sind nur auf Anfrage erfahrbar. Die Schau ist vom 23. Februar bis 15. März 2020 Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt in der Propstei Zwettl zu besichtigen.