Zwettler über steile Karriere bei Bundesheer. Der 26-jährige Christoph Mengl ist Leutnant beim Heer. Er erzählte der NÖN über Höhepunkte seines Jobs.

Von Markus Füxl. Erstellt am 14. Mai 2021 (04:07)

Eine spektakuläre Karriere legte der 26-jährige Christoph Mengl aus Zwettl beim Bundesheer hin: Er schloss seine Ausbildung zum Leutnant ab und gab bis vor kurzem in der Assistenzkompanie aus dem Waldviertel bei den Coronatests in Wiener Neustadt den Ton an.

Kein Tag wie der andere

„Beim Bundesheer ist kein Tag wie der andere. ‚Business as usual‘ gibt es nicht“, erklärt Mengl, was für ihn den Reiz ausmacht. Zum ersten Mal in Berührung mit dem Thema kam er während eines einjährigen Auslandsaufenthaltes in Amerika. Vom Militär fasziniert, absolvierte er seinen Wehrdienst in der Kaserne Liechtenstein. Im Oktober 2020 schloss er seine Ausbildung zum Leutnant in Wiener Neustadt ab. Es ist der erste Offiziersgrad in der Heeres-Hierarchie. Mengl ist für zwei Geschützzüge mit insgesamt acht Panzerhaubitzen sowie 131 Mann und 69 Fahrzeugen verantwortlich.

Was bereits Höhepunkte in seiner Karriere waren? „Fallschirmspringen und das Abseilen von der Stauseemauer gehören da ebenso dazu wie der erste Schuss mit einer Panzerhaubitze“, sagt Mengl. Mit dem Bundesheer kam er auch schon in die Welt: Während eines Ausbildungssemesters in Warschau lernte er Polnisch und wurde vom dortigen Militärattache zu einem Abendessen in der Botschaft eingeladen. Außerdem absolvierte Mengl ein einwöchiges Führungstraining in Zypern mit der zypriotischen Armee.

Eigener Säbel und Ring

„Ich finde meine Tätigkeit einfach extrem spannend: Als Offizier Menschen zu führen. Es ist sehr individuell“, erklärt der junge Kommandant.

Nach seiner Ausbildung wurden ihm zwei besondere Gegenstände verliehen: ein sogenannter „Offizierssäbel“ und ein Offiziersring. „Der Säbel hängt in meinem Arbeitszimmer, den Ring trage ich regelmäßig“, sagt Mengl. Auf ihn wartet im Herbst der erste, große Auslandseinsatz: Dann soll es für sechs Monate als stellvertretender Kompaniekommandant in den Kosovo gehen.

Ehrung für Einsatz

Bis vor kurzem war er mit 186 Mann in Wiener Neustadt stationiert. Dort war er als stellvertretender Kompaniekommandant für die Organisation und den reibungslosen Ablauf der mobilen Corona-Teststraßen mit verantwortlich: An 53 Tagen, in insgesamt 674 Stunden Betrieb an den Teststraßen, wurden insgesamt 448.958 Test durchgeführt und dabei 423 infizierte Personen festgestellt.

Anfang Mai wurde die Assistenzkompanie durch die Stadt Wiener Neustadt offiziell verabschiedet. In Anerkennung für seine Führungsleistung überreichte Generalmajor Karl Pronhagl unter anderem Christoph Mengl den „Kommandanten-Coin“, eine Einsatzmedaille. Bürgermeister Klaus Schneeberger verabschiedete sich von den Soldaten aus dem Waldviertel mit je einer Flasche „Neustädter-Gold“.

Der Assistenzeinsatz in Wiener Neustadt ist damit aber noch nicht zu Ende. Rund 40 Soldaten des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4 verbleiben in Wiener Neustadt und werden gemeinsam mit Soldaten und Bediensteten der verschiedenen Verbände der Garnison Wiener Neustadt den weiteren Betrieb der Teststationen sicherstellen, täglich von 8 bis 18 Uhr an den Standorten Arena Nova, Kasematten und „Carnaby“.