Coronavirus: Destillerie liefert Ethanol statt Whisky. Die Familie Haider aus Roggenreith reagiert auf die neue Situation in Zeiten von Corona: Sie beliefert Apotheken mit hochprozentigem Ethanol, das dort für die Erzeugung von Desinfektionsmittel verwendet wird.

Von Red. Zwettl. Erstellt am 01. April 2020 (20:16)
Johann Haider, Jasmin Haider-Stadler und Monika Haider liefern Ethanol an Apotheken. Dort wird daraus wichtiges Desinfektionsmittel hergestellt.
Whiskydestillerie Haider

In der 1. Whiskydestillerie Österreichs reagiert man auf die Coronakrise: Seit Wochen sind Desinfektionsmittel in Geschäften und Apotheken Mangelware. Hochprozentiger Alkohol ist die Basis, wenn es um die Herstellung, der immer knapper werdenden Mittel geht. Die Destillerie Haider arbeitet deshalb österreichweit mit Apotheken zusammen und beliefert diese mit hochprozentigen Ethanol/Ansatzkorn, um die Erzeugung professioneller Desinfektionsmittel weitreichend zu unterstützen.

„Nach dem ersten Schockmoment versuchen wir, optimistisch in die Zukunft zu blicken“, sagt CEO und Destillateurin Jasmin Haider-Stadler. „Wir freuen uns, dass wir einen sinnvollen Beitrag mit der Lieferung von Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmittel leisten können. Da sollte die Gewinnoptimierung nicht im Vordergrund stehen.“

Natürlich musste auch die Whisky-Erlebniswelt vorübergehend geschlossen werden, aber der Familienbetrieb setzt weitere geschäftliche Maßnahmen, wie etwa Aktionen im Onlineshop, die auch noch nachhaltig in Zeiten nach Corona greifen werden. So gibt es anlässlich des 25-Jahre Jubiläums immer am 25. des Monats Jubeltage im Onlineshop mit Aktionen, verringerte Versandkosten oder auch eine Oster-Aktion. Außerdem bringt der innovative Betrieb mit virtuellen Whiskytastings das Geschmackserlebnis Whisky mit Videos, die auf Social Media oder auf der Homepage des Betriebes verfügbar sind direkt nach Hause.

Eine Krise als Chance zu sehen war schon 1995 das Credo von Johann und Monika Haider. Damals war es der EU-Beitritt, der sie gezwungen hat neue Wege zu beschreiten, so kam es zu der Idee Whisky zu Brennen. Auch in der zweiten Generation ist man sich sicher, aus dieser Krise gestärkt herauszugehen. „Was mich positiv in die Zukunft blicken lässt, ist der Teamgeist und die Loyalität, die man jetzt spüren kann“, sagt Haider-Stadler.