Wie sich der TÜPl gegen Waldbrände rüstet. Seit einem Jahr kommen am Truppenübungsplatz Allentsteig hoch moderne, teilweise ferngesteuerte Minenräumfahrzeuge zur Herstellung von Brandschutzstreifen zum Einsatz. Damit soll eine Brandausbreitung vom Offenland in den Wald verhindert werden.

Von Red. Zwettl. Erstellt am 01. August 2021 (15:42)

Die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen sind weltweit zu spüren: Auch am Truppenübungsplatz Allentsteig (TÜPl) ist durch Trockenheit, Borkenkäferbefall der Wälder und der daraus resultierenden Totholzbestände die Waldbrandgefahr erheblich gestiegen. Im Vorjahr kam es zu großflächigen Bränden am TÜPl. Die Auswirkungen dieser Brände bekam auch die Zivilbevölkerung der umliegenden Gemeinden zu spüren. Durch die teils starke Rauchentwicklung ist die Sensibilität der betroffenen Menschen entsprechend groß. Der Truppenübungsplatz Allentsteig nimmt diese Entwicklungen und die Sorgen der Menschen sehr ernst und lud zu einer Demonstration der Waldbrandbekämpfung. "Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Deshalb wird das Brandmanagement am TÜPl A ständig weiterentwickelt", heißt es etwa auch in einer Aussendung.

Brandbekämpfung nur eingeschränkt möglich - bis jetzt

Auf knapp der Hälfte des TÜPl A herrscht akute Gefährdung durch Blindgänger. Gemäß den gültigen Sicherheitsbestimmungen dürfen Löscharbeiten auf diesen Flächen nur mit geeigneten splittergeschützten Löschfahrzeugen durchgeführt werden. Diese standen bisher nicht zur Verfügung. Seit 2020 kommen hoch moderne, teilweise ferngesteuerte Minenräumfahrzeuge (MV10, Hydrema) zur Herstellung von Brandschutzstreifen zum Einsatz. Damit soll eine Brandausbreitung vom Offenland in den Wald verhindert werden. Bisher konnten insgesamt etwa 60 Kilometer Brandschutzstreifen hergestellt werden.

Seit heuer steht dem TÜPl A ein splittergeschütztes Tanklöschfahrzeug zur Verfügung. Damit können nun auch Brände in der durch Blindgänger gefährdeten Zone gelöscht werden. Es konnten bereits mehrere Brände schon in ihrer Entstehungsphase gelöscht werden.

Waldbrandgefahr wird laufend ausgewertet

Das Sicherheitspersonal des TÜPl A führt laufend ein mehrstufiges Beurteilungsverfahren der Waldbrandgefahr in Zusammenarbeit mit Förstern und Ökologen durch. Grundlage hierfür ist die Auswertung von meteorologischen Daten der Universität für Bodenkultur Wien. Mehrere Tage im Voraus kann so die aktuelle Waldbrandgefahr grob eingeschätzt werden. Die direkte Reaktion auf diese Beurteilung ist eine Einschränkung der Verwendung bestimmter Munitionssorten bis hin zur Absage von Schießübungen.

In Kooperation mit der Bezirksverwaltungsbehörde wurde eine Informationsplattform eingerichtet um die Behörde, die Medien und betroffene Randgemeinden rasch über Ereignisse zu informieren. In Kooperation mit dem Landesfeuerwehrverband NÖ haben sich bereits einige Bedienstete des Brandschutzzuges TÜPl A einer Waldbrandausbildung unterzogen. Für Herbst 2021 ist eine gemeinsame Übung mit realem Löschen von Wald- und Flurbränden geplant.