Gerüchteküche um Einkaufszentrum brodelt. Verhandlung über Brücke, Treffen mit Planern? Vize Prinz: „Stimmt nicht.“

Von Markus Füxl. Erstellt am 04. September 2019 (04:12)
Grafik: consio/NÖN
Bis zum Bau des geplanten Einkaufszentrums in Zwettl müssen wohl noch viele Fragezeichen geklärt werden.

Lange war es ruhig um das geplante Einkaufszentrum (EKZ) in der Zwettler Gartenstraße. Seit kurzem brodelt wieder die Gerüchteküche. EKZ-Gegner witterte unter anderem ein Treffen zwischen Stadtpolitikern und Planern.

Bekanntlich soll für das auf dem ehemaligen Hahn-Areal geplante „Kampcenter“ eine eigene Zufahrt geschaffen werden, und diese soll von der Kremserstraße in Höhe des Feuerwehrhauses mittels einer neuen Brücke über den Kamp und weiter in die Gartenstraße führen.

Die Kosten für das Brückenbauwerk wollen sich die Stadtgemeinde und der Investor teilen. Zuletzt liefen Vorbereitungen für die Verkehrs- sowie Wasserrechtsverhandlungen der Brücke, ließ Vizebürgermeister Johannes Prinz im Jänner über die NÖN verlautbaren. So weit nichts Neues in der Causa um das geplante Megaprojekt in der Gartenstraße.

Aus den Reihen der EKZ-Gegner wurden jetzt aber Stimmen laut, dass es Ende August ein Treffen zwischen Mitarbeitern der mit der EKZ-Planung beschäftigten Unternehmensgruppe consio und Mitarbeitern der Stadtgemeinde gegeben haben soll.

Franz Rößl, selbst Anrainer in der Gartenstraße und vehementer Gegner des millionenschweren Projekts, habe consio-Mitarbeiter beobachtet, wie sie „auffallend ausgiebig die Häuserfront in der Gartenstraße beobachtet haben“, sagt er.

So habe ein BMW mit Wiener Kennzeichen direkt am ehemaligen Hahn-Areal geparkt. Ein Mann und eine Frau, dessen Bild Rößl auf der consio-Homepage ausfindig gemacht habe, seien mit Koffern und Ordnern in den Händen in Richtung Stadtamt gegangen.

„Ich glaube, dass sie Neues zum Projekt auf der Gemeinde präsentiert haben. Die beiden sind erst wieder am Abend zum Auto zurückgekehrt“, sagt Rößl.

Prinz bestreitet Treffen mit Frasl

Mit dem Gerücht konfrontiert bestreitet Vizebürgermeister Prinz ein Treffen und sagt: „Ich habe seit einem halben Jahr nicht mehr mit Reinhold Frasl oder einem seiner Mitarbeiter gesprochen.“ Auch Gerüchte, dass eine Wasserrechtsverhandlung über die geplante Brücke bereits laufe, winkt er ab.

Weiteres politisches Tauziehen dürfte es um einen geplanten Durchgang von der Hamerlingstraße in die Schulgasse geben.

Dem Vernehmen nach geht es dabei um das ehemalige „Doktor Eder-Haus“, das an das Büro der Grünen angrenzt. Prinz bestätigt: „Das Haus grenzt direkt an die Ableidinger Schmiede. Es wäre für einen Durchgang optimal, wenn es im Eigentum der Gemeinde wäre.“ Gerüchte, dass das Haus bereits aufgekauft worden sei, bestreitet er.

„Das ist aktuell noch kein Thema.“ Bereits in einer Gemeinderatsitzung am 12. Dezember 2017 stand der Punkt „Widmung eines öffentlichen Durchganges“ auf der Tagesordnung. Dieser wurde aber abgesetzt.

Désirée Maxa von consio war auf kurzfristige NÖN-Anfrage über die Gerüchte nicht erreichbar. Die NÖN bemüht sich, ein Statement nachzuliefern.