Lokalmatador bei Literaturfestival. Lokalmatador David Bröderbauer wird mit Autorin Gertraud Klemm im Rahmen des Zwettler Literaturfestivals „Waldlesungsviertel“ am Samstag, 14. September, eine Waldlesung geben. Dabei wird zum Spaziergang in einem Waldstück bei Stift Zwettl geladen. Treffpunkt ist am Parkplatz des Zisterzienserstiftes um 13 Uhr. Die NÖN bat den Biologen und Autor zum Interview.

Von Monika Freisel. Erstellt am 12. September 2019 (11:48)
Rudolf Hromniak
David Bröderbauer

NÖN: Sie sind in Zwettl geboren. Haben Sie dort Ihren Lebensmittelpunkt oder leben Sie in Wien / anderswo?

David Bröderbauer: Wien ist seit 2003 mein Lebensmittelpunkt. Ich bin dem Waldviertel aber immer noch sehr verbunden.

Ist Ulrich Bruckner ein Alter Ego von ihnen und der Roman teilweise biographisch?

Nein, Ulrich Bruckner ist kein Alter Ego. Meine Biographie unterscheidet sich in vielen Punkten von der Biographie Ulrichs. Allerdings habe ich auf meine eigenen Erfahrungen als Biologe zurückgegriffen, um Ulrichs Werdegang vom Biologie-Studenten zum NGO-Mitarbeiter mit Details auszuschmücken.

Sie schildern Landschaft, Pflanzen- und Tierwelt am Truppenübungsplatz sehr präzise. Haben Sie in Allentsteig geforscht oder gearbeitet? Vielleicht tatsächlich über Birkhühner?

Meine Kenntnis der Flora und Fauna des Truppenübungsplatzes basiert großteils auf Literaturrecherche. Einige Details habe ich auch frei erfunden - Wolfssteig ist zwar vom realen Allentsteig inspiriert, es handelt sich aber um einen fiktiven Ort, der nicht mit Allentsteig ident ist und seinen eigenen Regeln folgt.

"Ich wollte nicht, dass die Realität sich zu sehr in meine Erfindung einmischt"

In Allentsteig geforscht oder gearbeitet habe ich nie. Da ich Zivildienst gemacht habe, ist mir das Vergnügen verwehrt geblieben, als Wehrdiener mit dem Panzer über den TÜPl zu brettern. Im Zuge der Recherche für den Roman bin ich einmal mit dem Fahrrad die Straße durch den TÜPl abgefahren und habe die Kirche in Döllersheim besucht. Ich habe aus Neugierde auch an einer der TÜPl-Rundfahrten teilgenommen, allerdings erst nach Abschluss des Romans, da ich nicht wollte, dass die Realität sich zu sehr in meine Erfindung einmischt.

Zu Birkhühnern habe ich selbst nie geforscht. Ich liebe zwar die Vogelbeobachtung, bin aber ansonsten ein zoologischer Laie. Mein Spezialgebiet ist die Botanik. Für die Beschreibung von Ulrichs Untersuchungen zu den Birkhühnern habe ich einige Forschungsarbeiten über Birkhühner gelesen. Das Birkhuhnbuch von einem gewissen Siegfried Klaus und Kollegen wird im Roman erwähnt.

Werden Sie weiterhin als Biologe arbeiten oder den Schwerpunkt Ihrer Arbeit eher auf das Schreiben verlegen?

Ich mache weiterhin beides. Das Schreiben hat einen hohen Stellenwert für mich. Ich sehe es so, dass ich zwei Schwerpunkte habe - die Botanik und das Schreiben.