Mit Feuer gegen das Unkraut. Zwettler Stadtgemeinde möchte mit Abflämmgeräten am Syrnauer Friedhof unliebsame Pflanzen beseitigen. Grüne Bekämpfung Zwettler Stadtgemeinde

Von René Denk und Markus Füxl. Erstellt am 19. Juni 2019 (06:20)
Markus Füxl
„Urwald“ am Syrnauer Friedhof: Mit Abflämmgeräten soll jetzt Unkraut bekämpft werden. Im Bild: Die Stadträte Josef Zlabinger und Ewald Edelmaier, Bürgermeister Franz Mold sowie Edmund Böhm und Christian Rößl vom Zwettler Bauhof.

Das Wetter und die dadurch starke Vegetation verursachen der Stadtgemeinde massive Probleme bei der Unkrautbekämpfung.

Vor wenigen Jahren wurde die pestizidfreie Unkrautbekämpfung beschlossen. Seither probieren die Verantwortlichen, wie Park- und Grünflächen-Stadtrat Josef Zlabinger (ÖVP) sowie FPÖ-Stadtrat Ewald Edelmaier, der für die sechs städtischen Friedhöfe Probstei und Syrnau in Zwettl, Jagenbach, Rieggers, Schloss Rosenau sowie Oberstrahlbach zuständig ist, eine Lösung zu finden.

„Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Gehwege zunehmend wieder grüner werden und mehr Unkraut wächst“Stadtrat Zlabinger

In den relativ trockenen Vorjahren war das Wachstum nicht so groß, dennoch betont Edelmaier bisher misslungene Versuche: „Wir haben ein Jahr mit dem Maschinenring die Heißschaum bzw. Heißwassermethode durchgeführt. Das hat 40.000 Euro gekostet. Voriges Jahr haben wir ein glyphosatfreies Spritzmittel verwendet. Das kostete nur mehr 5.000 bis 6.000 Euro, wir hatten aber den dreifachen Arbeitsaufwand zur damaligen Unkrautbekämpfung mit Glyphosat“, schildert Edelmaier.

Soll man zurück zum Glyphosat? „Wenn wir einen schönen und sauberen Friedhof haben wollen, geht das entweder nur mit Glyphosat oder einem untragbaren Arbeitsaufwand“, so Edelmaier.

In den Parks wird die Unkrautbekämpfung schon seit Mitte 2018 nicht mehr durchgeführt, weiß Zlabinger. „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Gehwege zunehmend wieder grüner werden und mehr Unkraut wächst“, betont Stadtrat Zlabinger, der aber auch berichtet, dass sich noch kein Bürger bezüglich Unkraut in Parkanlagen beschwert habe.

Flammgeräte beseitigen auch abfallende Samen

Den Kopf in den Sand will man aber nicht stecken. Abflämmgeräte werden nun um rund 6.500 Euro angeschafft. Mit den Gasgeräten soll das Unkraut verbrannt werden. „Der Vorteil dieser Methode ist, dass auch die abfallenden Samen des Unkrauts verbrannt werden. Egal, wie gut das funktioniert, aber unsere Bürger müssen damit Leben, dass unsere Friedhöfe nicht mehr so gut gepflegt und damit grüner sind“, sagt Edelmaier.

Bürgermeister Franz Mold bezeichnet die Situation als „besondere Herausforderung“ für die Stadt. Auf Straßenflächen und Gehsteigen könne man das Unkraut wenigstens mit Drahtbürsten entfernen. Das geht aber auf den Gehwegen des Friedhofes mit Erde und Rieselschotter nicht, weil man hier den ganzen Weg auf- und umgraben würde.

„Es gibt Kollegen in Niederösterreich, die Mindestsicherungsbezieher für diese Arbeiten beschäftigen“, weiß Mold, der in Zwettl nicht an das Potenzial von genügend Mindestsicherungsbezieher glaubt.

Es gebe derzeit in Zwettl Diskussionen, eine „Natur im Garten“-Gemeinde zu werden, was sich Mold zumindest heuer nicht vorstellen kann: „Das würde bedeuten, keine Düngemittel einzusetzen, keine Blumenerden mit Torf und sowieso keine Pflanzenschutzmittel. Wir müssen es vorher schaffen, die Auflagen der glyphosatfreien Gemeinde ordentlich zu bewältigen, zu der wir uns freiwillig entschieden haben. Dann können wir den nächsten Schritt gehen.“

Vor rund zwei Wochen wurden erste Flächen am Syrnauer Friedhof abgeflämmt. Das Urteil fällt positiv aus. So sind auf den bearbeiteten Wegen fast alle Pflanzen beseitigt, nur einzelne Blätter ragen hervor. Aber: „Selbst mit dem Flämmgerät bringen wir nicht jedes Pflanzerl weg“, betont Bürgermeister Mold. Er möchte auch die Hinterbliebenen von Verstorbenen dazu einladen, rund um das jeweilige Grab selber Unkraut zu entfernen.

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