Kainz: „Strengere Maßstäbe für Regierungsmitglied“. Zwettls FPÖ-Bezirksparteiobmann Alois Kainz hat bis Samstag nichts von dem Verhalten von H.C. Strache oder einem solchen Video gewusst.

Von René Denk. Erstellt am 18. Mai 2019 (16:17)
Denk, Archiv, privat
Alois Kainz

„Natürlich wäre es mir lieber, es hätte eine solche Situaton nicht gegeben .Im Bezirk werden wir ungeirrt weiter arbeiten“, betont Kainz im NÖN-Gespräch.

Er verurteilt die Falle, die Strache gestellt wurde, aber er will auch nicht beschönigen, was H.C. getan hat. „Es wird sicher jeder schon mal über den Durst getrunken haben und dann was gesagt haben, was ihm später Leid tut. Das ist menschlich. Bei einem Regierungsmitglied muss es aber trotzdem strengere Maßstäbe geben. Das wird anders gewertet“, sagt Kainz zum scheinbar sieben Stunden andauernden und alkoholreichen Abend des Vizekanzlers.

„Position als Vizekanzlers stets staatsmännisch ausgeübt!“

Kainz betont, dass bei dieser Falle größere Kräfte mitgespielt hätten, sonst hätte man das 2017 entstandene Video schon vor dem Nationalratswahlkampf und nicht erst vor der EU-Wahl an die Öffentlichkeit gebracht: „Scheinbar gibt es hier wen, der einen starken rechten Block auf EU-Ebene verhindern will.“

Kainz hätte auch Freude gehabt, wenn Strache als Vizekanzler geblieben wäre, denn in den letzten 17 Monaten habe die Regierung viel zu Wege gebracht und bisher hätte sich Strache kein Fehlverhalten geleistet: „Die Position als Vizekanzlers hat er stets staatsmännisch ausgeübt!“

Wäre er nicht zurückgetreten, wäre Kainz weiterhin hinter ihm gestanden. Die Frage, wer Strache nachfolgen soll, stellte sich Kainz bisher noch nie, da es dazu keinen Anlass gab. Dem in den Medien kolportierten Norbert Hofer genießt bei Kainz dasselbe Vertrauen, wie Strache und er würde hinter Hofer ebenfalls zu 100 Prozent stehen, meint der Nationalratsabgeordnete Kainz. „Mir würde auch spontan da kein anderer einfallen!“